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Lesung „Ich bin nicht auf der Welt, um glücklich zu sein“

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Theater

Erstellt: 29.03.2018 / 09:43 von mm

Frank Schäfer, Berliner Original und Kultfriseur, gilt als Stilikone des Ostens. Mit auffälligem Make-up, gefärbten Haaren und schriller Kleidung wird er in den 80ern zum gefragten Friseur und Stylisten, bekommt als Paradiesvogel aber auch schnell ein Problem mit der DDR-Staatsmacht.

Er wird Mitglied der Modegruppe „Allerleirauh“, nebenbei ist er Gogo-Boy für Bands wie „Die Firma“ und „Feeling B“, und schon bald ist er aus der Partyszene Ostberlins nicht mehr wegzudenken.
Als er vom Staat zunehmend schikaniert wird, setzt er sich 1988 nach Westberlin ab. Dort zunächst von Starfriseur Udo Walz abgelehnt, fasst er in der dortigen Szene schnell Fuß und sorgt als „Deutschlands erster Schamhaarfriseur“ landesweit für Aufsehen. Nach der Wende und einem Ausflug in die Welt der Reality-TV-Shows zieht es ihn in den Berliner Osten zurück, wo er erfolgreich einen eigenen Friseursalon betreibt und auch schon Stars wie Nina Hagen, Prince und den Musikern von Rammstein die Haare frisiert.

Als Sohn des angesehenen DDR-Schauspielers Gerd E. Schäfer war ihm eigentlich eine überprivilegiertere Laufbahn vorbestimmt, jedoch ging der Paradiesvogel, angetrieben durch den Wunsch nach Selbstverwirklichung, seinen eigenen Weg.

In seiner Biografie zeichnet er ein lebhaftes Bild von der Ostberliner Untergrundszene in den Achtzigern sowie dem Umgang mit Homosexualität im Osten. Er berichtet von den täglichen Schikanen der DDR-Obrigkeit, der daraus resultierenden Flucht nach West-Berlin und wie er zur Zeit der Wende mit seinen gewagten Ideen auch dort Fuß fasste. Offen und ehrlich schildert Schäfer, wie er allein durch Authentizität, ohne sich von gesellschaftlichem oder politischem Druck leiten zu lassen, zur Stilikone wurde und wie er in seinem Leben das Glück nie gesucht, letztendlich aber immer eine Menge Glück erfahren hat.

Es lesen Patricia Holland Moritz und Frank Schäfer

Eine Veranstaltung der Fouqué-Bibliothek in Kooperation mit dem Brandenburger Theater

Eckdaten:
- Sonntag, 22. April um 18 Uhr
- Foyer Großes Haus
- Eintrittspreise: 11,- €/ erm. 8,- €
- Kartentelefon 03381 - 511 111 bzw. [www.brandenburgertheater.de]

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Bilder


  • Frank Schäfer / Foto: PHM

  • Patricia Holland Moritz / (c) Martin Hartung


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