SPD-Fraktion: "Frauenschutzeinrichtung bekommt ab 2027 mehr Planungssicherheit"

Weiter heißt es: "Die SPD-Fraktion konnte sich dabei von der qualifizierten und engagierten Arbeit des kleinen Mitarbeiterinnen-Teams überzeugen. Auch die Räumlichkeiten haben sich gegenüber der früheren Unterkunft verbessert. Gleichzeitig steigt der Platzbedarf kontinuierlich – eine Entwicklung, die nachdenklich macht und langfristig gute Lösungen erfordert. Neben notwendigen Instandhaltungsarbeiten stehen deshalb auch bauliche und technische Maßnahmen im Fokus, mit denen die Sicherheit der Einrichtung für die Schutzsuchenden weiter erhöht werden soll.
Doreen Charlet informierte über derzeit laufende Renovierungsarbeiten und ein neues Farbkonzept, das künftig mit beruhigenden Pastelltönen durch die Räume führt. Auch weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit des Hauses sind in Vorbereitung. Für kleinere Handwerksarbeiten, etwa am Spielplatz, werden noch Lösungen gesucht.
Im Zentrum des Austauschs stand die anstehende Systemumstellung im Gewaltschutz. Mit dem 2025 verabschiedeten Gewalthilfegesetz wird die Verantwortung für ein bedarfsgerechtes Hilfesystem neu geregelt. Ab dem 1. Januar 2027 sind die Länder gesetzlich verpflichtet, ein flächendeckendes und bedarfsgerechtes Netz an Schutz- und Beratungsangeboten sicherzustellen. Der Bund unterstützt die Länder dabei finanziell. Ein individueller Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung tritt nach dem Gesetz ab 2032 in Kraft.
Für die Frauenschutzeinrichtung in Brandenburg an der Havel bedeutet die Neuregelung eine wichtige Perspektive für die künftige Finanzierung. Doreen Charlet beschrieb den Übergang von der bisherigen, vielfach einzelfallabhängigen Finanzierung über Tagessätze hin zu einer verlässlicheren institutionellen Finanzierung als einen wichtigen Schritt für die Einrichtung und ihre Mitarbeiter.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die bewährten lokalen Strukturen auch mit der neuen Finanzierungsstruktur unverzichtbar bleiben. Die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen und Kindern, dem Jobcenter und weiteren Partnern vor Ort sei durch nichts zu ersetzen. Auch der Kontakt zu Wohnungsgesellschaften soll künftig verstärkt werden, damit Frauen und ihre Kinder nach dem Aufenthalt möglichst schnell eigenen und sicheren Wohnraum finden können.
Katrin Rautenberg, Mitglied der SPD-Fraktion, begrüßt die neue Entwicklung bei der Finanzierung, sieht aber auch künftig die Kommune als wichtigen Partner vor Ort: „Ein sicheres Haus ist das Fundament für Frauen und Kinder, die Gewalt erlebt haben, um eine Chance auf ein neues Leben zu bekommen. Diese Sicherheit darf aber nicht mit dem Auszug aus der Einrichtung enden. Wenn danach nicht schnell eine eigene Wohnung gefunden wird, bleibt die Unsicherheit bestehen. Deshalb wollen wir hier weiter im Gespräch bleiben und gemeinsam nach Lösungen suchen.“
Nicole Näther, ebenfalls Mitglied der SPD-Fraktion, betont die Bedeutung der baulichen Sicherheitsmaßnahmen: „Der Schutz vor Gewalt endet nicht mit dem Einzug in die Einrichtung. Wichtig ist eine funktionierende Sicherheitsinfrastruktur – von den Schließsystemen bis zur Absicherung des Außenbereichs. Die Frauen und Kinder brauchen hier einen Ort, an dem sie tatsächlich zur Ruhe kommen und sich sicher fühlen können.“
Die SPD-Fraktion lobte ausdrücklich die enge Kooperation mit den städtischen Streetworkerinnen sowie den unermüdlichen Einsatz einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin, die das kleine Team bei der Alltagsbegleitung der Familien unterstützt.
Um die Hilfsangebote künftig noch besser zugänglich zu machen, geht die Einrichtung auch in der Öffentlichkeitsarbeit neue Wege. Demnächst wird die Frauenschutzeinrichtung erstmals mit einer eigenen Webseite und einem neuen informativen Flyer sichtbar sein.
„Mit unserer neuen Webseite und den modernen Flyern, die gerade im Druck sind, werden wir die Sichtbarkeit unserer Arbeit deutlich erhöhen“, erklärt Doreen Charlet. „Damit können wir nicht nur von Gewalt betroffene Frauen besser erreichen, sondern auch Angehörigen und Bekannten, die oftmals ratlos zusehen müssen, eine moderne Plattform zur Orientierung und Hilfe bieten.“
Die SPD-Fraktion sieht den Besuch als wichtigen Teil ihrer Sommertour: Gewaltschutz braucht sichere Einrichtungen, verlässliche Finanzierung und funktionierende Strukturen vor Ort. Gerade deshalb sei es wichtig, mit den Menschen zu sprechen, die täglich mit den konkreten Herausforderungen konfrontiert sind."
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