702 Einzelteile wurden im Jahre 1999 zur Näthewindebrücke zusammengefügt

Verrottete Betonklötze erinnerten in der Wendezeit daran, dass es hier früher schon einmal eine Brücke gab. Die existierte ab 1941, wurde aber in den letzten Kriegstagen zerstört. Die ursprünglich geplante Straßenbrücke wurde allerdings wegen zu hoher Kosten gestrichen. Stattdessen entstand eine hölzerne Fußgängerbrücke, auf der Gleise verlegt waren. Mit Loren wurde damals Schutt von der kriegswichtigen Schiffswerft Gebrüder Wiemann, die zu diesem Zeitpunkt erweitert wurde, auf die Dominsel geschafft. Das Material wurde auf die damaligen Wiesen geschüttet.
Ein Wiederaufbau war nach Ende des Krieges kein Thema. Die Brücke geriet allmählich in Vergessenheit. Doch schon in den 1970er Jahren wurden Simmen laut, die wieder eine Brücke wollten. 1990 erinerten sich die Anwohner wieder daran, dass sich hier einst eine Brücke befunden hat. Bereits 1991 gab es einen Wettbewerb. Doch die ermittelten Kosten bewogen die Stadtoberen das Projekt nicht weiter zu verfolgen.
Im Oktober 1998 war dann endlich Baubeginn. Während die Gründungspfähle vor Ort in den Boden gerammt wurden, entstanden in Bad Bentheim 702 Holzteile aus Fichtenholz. Vier Sattelschlepper lieferten diese zum Stadthafen. Von dort ging es über das Wasser zur Näthewinde. Vor Ort wurde dann alles montiert. Und die 43 Meter lange und 2,50 Meter breite Brücke passte letztlich genau. Gut eine Million Mark Euro kostete dieser Neubau am Ende.
Die Freude währte knapp 20 Jahre. Dann war das Bauwerk so marode, dass es saniert werden musste. Den Zuschlag erhielt die Firma Schmees & Lühn aus Fresenburg, die am 20. September 2021 die Arbeiten in Angriff nahm. Nach einer Woche war jedoch klar, dass Kosmetik nicht ausreichen würde. So wurde die Brücke demontiert und im Emsland komplett erneuert. Die Kosten lagen letztlich bei fast 600.000 Euro.








































