Beate Huth – Die Taxifahrerin mit dem 5. Judo-Dan wird 70

Beate Huth musste sich ihr ganzes Leben durchkämpfen. Kurz nach ihrer Geburt verschwand ihre Mutter mit der älteren Schwester in den Westen. Sie wuchs im Kinderheim in Bohnenland auf. Sportlich versuchte sie es erst mit der Leichtathletik. Als dort aber immer wieder das Training ausfiel, nahm ein Cousin sie mit zum Judo. Als Mädchen kaum beachtet, wurde jedoch Detlev Zuckschwerdt auf sie aufmerksam. Schnell errang sie den Gelben Gürtel und mit 16 Jahren gab es bereits den 1. Dan. Vor einigen Jahren bekam sie den 5. Dan verliehen.
Parallel zum Sport lernte sie bei der Centra-Bäckerei Konditorin. Abends wurde trainiert und schon bald fungierte sie auch selbst als Trainerin. Wegen eines neuen Jobs und einer Wohnung wechselte sie 1980 zum SC Medizin Erfurt. Dort errang sie die Titel Nummer neun und zehn. 1983 wurde ihr Sohn Wolfgang geboren. Jetzt stand sie nur noch als Trainerin am Mattenrand. 1990 ging es zurück nach Brandenburg. Über eine ABM trainierte sie nun Kinder und Jugendliche. Zwischendurch fuhr sie Taxi.
Von 1998 bis 2018 führte sie ihr eigenes Taxiunternehmen mit bis zu acht Mitarbeitern und fünf Fahrzeugen. Für Judo blieb da keine Zeit mehr. Doch wurde ein Fahrzeug benötigt, sagte sie nie Nein. Bis heute fährt sie regelmäßig ihre Touren und man sollte sich hüten, in ihrem Taxi herumzupöbeln. Denn sie hat nichts verlernt. Judo beobachtet sie heute allerdings vor allem beim JV Blankenfelde-Mahlow, wo ihr Sohn Wolfgang Vereinsvorsitzender ist und ihre drei Enkel diesem Kampfsport nachgehen.










































