„Wir reden nicht über KI, wir wenden sie an“: Mediziner stellen sich erfolgreich der Digitalisierung

Das Brandenburger Klinikum gehört in Deutschland zu den Pionieren beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin, berichtete der Professor. Er selbst ist von den neuen Möglichkeiten begeistert: „Wir reden nicht über KI, wir wenden sie an“, so der Chefradiologe. Er ist überzeugt, dass die Radiologie ohne KI bald nicht mehr denkbar sein wird. Gleichzeitig betonte er, dass die menschliche Seite der Medizin weiterhin zentral bleibt - die persönliche Untersuchung und das Gespräch mit dem Patienten werden auch in Zukunft unverzichtbar sein.
Schreyer verdeutlichte das an einem konkreten Fall: Eine fast 80-jährige Patientin kam mit dem Verdacht auf einen Rippenbruch ins Klinikum. Im MRT-Bild war nichts Auffälliges zu erkennen, doch die KI markierte bei der Auswertung eine Fraktur an der Wirbelsäule und zeigte sie genau an. Hier war wieder der Mensch gefragt: Der Blick in die Krankenakte ergab, dass dieser Bruch bereits mehr als ein Jahrzehnt zurücklag. An diesem Beispiel machte der Radiologe klar, dass es um die sinnvolle Nutzung von KI geht – die endgültige Entscheidung und Einordnung bleibt aber weiterhin Aufgabe der Menschen.
Auch in der Urologie gehört das Uniklinikum zu den Vorreitern in Deutschland. Prof. Dr. med. Julian P. Struck, geschäftsführender Oberarzt der Urologie, erläuterte die Führungs- und Koordinierungsrolle des Hauses für Digitalisierung und KI in der deutschen Urologie – unter anderem mit dem Interdisziplinären Digital Health Summit, dem größten wissenschaftlichen Kongress zur digitalen Medizin in Deutschland.
Der fortschreitende Einzug der KI in die Medizin zeigt sich auch in der seit 2010 bestehenden Kooperation mit der Technischen Hochschule Brandenburg: Im Studiengang Medizininformatik werden klinische Praxis und digitale Ausbildung verzahnt, sodass Forschung, Lehre und Alltag im Klinikum eng zusammenwachsen. Julian P. Struck stellte zudem ein breites Spektrum an Anwendungen vor – von robotergestützten Operationen bis zur Nutzung der Elektronischen Patientenakte (EPA) im Klinikum.
Minister Dr. Benjamin Grimm nutzte auch die Gelegenheit, sich mit den Medizinern direkt auszutauschen und über deren Erfahrungen zu sprechen. „Die heutigen Stationen meiner digitalpolitischen Sommereise zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und praxisnah Digitalisierung in Brandenburg gelebt wird, von der Forschung und Lehre über die Wirtschaft bis in die medizinische Versorgung. Der unmittelbare Austausch mit den Akteuren vor Ort hilft uns, aktuelle digitalpolitische Entwicklungen wie etwa durch Künstliche Intelligenz besser zu verstehen und unsere Digitalpolitik noch stärker auf den konkreten Bedarf auszurichten“, so sein Resümee zum Abschluss seiner Sommertour.

















































