Wasserschaden im Theater: Öffnung noch ungewiss / Stadt investiert in Heizung, Lüftung und Co. / Versicherung übernimmt Sprinkler-Schaden

Die Trocknungsarbeiten sind inzwischen vollständig abgeschlossen und auch die Sorge, dass im Stuhllager der Estrich aufgrund der Feuchtigkeit ausgetauscht werden muss, hat sich nicht bestätigt. „Das ist das Wichtige. Ein bisschen problematisch war die Frage, ob der Keller trocken wird. Dabei ging es darum, die Feuchtigkeit rauszuziehen. Jetzt geht es an das Reparieren selbst“, erläuterte Detlef Reckow, der Leiter des GLM. Im betroffenem Zuschauerbereich ist an den Seiten die Dielung bereits entfernt. Ein größerer Teil ist sie aber noch vorhanden, da hier ein Gerüst aufgestellt werden muss, um oben an die Decke zu kommen.
Das Gerüst wird benötigt, weil man jetzt die Situation nutzen möchte, um die Lüftung zu erneuern. "Wenn wir schon mal dabei sind, nutzen wir das und weil wir festgestellt haben, dass da einige Motoren in der Lüftung ausgefallen sind. Das ist mit entdeckt worden“, so Reckow. Beim Öffnen von Teilen der Wände hat man überall nachgeschaut. Es sind 12 Motoren ausgefallen und die Dämmung, die in den Wänden ist, muss man auch austauschen. Die wäre heute auch nicht mehr zugelassen. Zudem mussten auch die Wände getrocknet werden.
Die Lüftung ist unter anderem auch deswegen ausgefallen, weil sie sehr stark beansprucht wurde. Der Grund: Als nach 2024 im Großen Haus die LED-Beleuchtung eingebaut wurde und man die alten Lampen raus genommen hat, die auch mit geheizt haben, reichte vorhandene Heizung nicht mehr aus. Zur Kompensation lief die Klimaanlage dann oft auf Volllast. Die hat die fehlende Wärme mehr oder weniger ausgeglichen, aber wenn ständig unter Volllast gefahren wird, dann steigt die Technik auch aus, zumal sie auch langsam am Ende ihrer Lebensdauer ist, wie der GLM-Chef informierte.
Sind diese Arbeiten erledigt und das Gerüst kann wieder entfernt werden, dann geht es an die Erneuerung des Parketts im betroffenen Bereich. Auch hier wird es neben der Reparatur gleich eine Neuinvestition geben. „Wir nutzen auch hier die Situation des Wasserschadens positiv aus, um gleich eine Fußbodenheizung einzubauen. Da müssen wir nicht später noch einmal das Haus schließen und neu anfangen“, berichtet Detlef Reckow. Gleichzeitig informierte er aber auch, dass man die Stühle weiter nutzen kann, da die keinen Schaden durch die Wasserfluten genommen haben.
Und weiter: „Wir können die Fußbodenheizung erst machen, wenn oben die Arbeiten an der Lüftung gemacht wurden. Diese Abhängigkeiten bestehen ja, die kann ich ja nicht wegdiskutieren. Aber ich kann jetzt noch keinen genauen Zeitrahmen nennen“, erläutert sie weiter. Die möglichen Firmen wüssten allerdings worum es geht, aber man müsse auch deren Verfügbarkeiten beachten.
Der reine Wasserschaden wird derzeit auf 460.000 Euro beziffert. „Wir sind erstmal guten Mutes, weil wir entsprechende Aussagen von den Versicherungen haben, dass der reine Wasserschaden erstattet wird, der durch die Sprinkleranlage entstanden ist“, erklärt Reckow. Während die Reparatur des Wasserschaden über die Versicherung abgedeckt wird, müssen die Invstitionen, wie die Fußbodenheizung, aus eigenen Mitteln gestemmt werden. Hier setzt der GLM-Chef darauf, dass mit dem Wirtschaftsplan dann die entsprechenden Finanzen auch zur Verfügung stehen.
Für das Theater bleibt die Situation weiter kritisch, gerade wenn es darum geht, die nächsten Veranstaltungen abzusichern. „Wir planen erst einmal bis zum Jahresende ohne Großes Haus. Wir haben ja keine andere Wahl. Das ist auch eine realistische Annahme. Wir sind im Herbst noch einige Male im Audimax, werden im Dom sein, aber auch in der Studiobühne“, informierte dazu Christine Flieger, Geschäftsführerin des Brandenburger Theaters. Allerdings entstehen hier auch wieder Kosten beim Einmieten in die fremden Spielstätten.
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