Studie: Brandenburgs Jugendliche rauchen und trinken wieder mehr
Rund 20 Prozent der Jugendlichen konsumieren E-Zigaretten, E-Shisha oder sogenannte Vaporizer mindestens wöchentlich, etwa jeder Zweite hat sie wenigstens einmal probiert. Während mehr Jungen täglich Tabak konsumieren, greifen mehr Mädchen regelmäßig zu Vapes.
Gesundheitsminister René Wilke: „Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind ein Warnsignal. Vor allem der zunehmende Konsum von E-Zigaretten und Vapes ist besorgniserregend, denn diese Produkte enthalten neben Nikotin auch sogenannte Liquids, also Flüssigkeiten, deren Inhaltsstoffe beim Rauchen verdampft werden und die das Herzkreislaufsystem und die Lunge schädigen können. Und über die langfristigen Folgen wissen wir noch viel zu wenig. Präventionsmaßnahmen sind hier wie auch beim Thema Alkoholkonsum unerlässlich, und dafür bildet die aktuelle Studie eine wichtige Grundlage. Allerdings – und das kann ich nicht genug betonen – sind wir alle gefordert, unsere Kinder und Jugendlichen vor den Gefahren von Alkohol-, Tabak- und Glücksspielsucht, aber auch übermäßiger Handynutzung zu schützen. Nur wenn Politik, Eltern, Lehrer, Freunde, kurz, das soziale Umfeld, an einem Strang ziehen, können wir in der Suchtprävention und Suchthilfe erfolgreich sein.“
Beim Alkohol stieg der Anteil der Jugendlichen, die mindestens einmal wöchentlich trinken, von 12,0 Prozent (2020/2021) auf aktuell 12,8 Prozent. Jungen liegen dabei mit 16,9 Prozent vor den Mädchen mit 8,2 Prozent. Rückläufig ist dagegen das sogenannte Rauschtrinken, also mindestens dreimal im Monat mehr als fünf alkoholische Getränke zu einer Gelegenheit: Der Anteil sank von 30,8 Prozent im Schuljahr 2004/2005 auf 13,7 Prozent im Schuljahr 2024/2025. Regelmäßiger Cannabiskonsum ging von 3,9 auf 3,3 Prozent zurück. Lachgas haben 8,6 Prozent mindestens einmal konsumiert.
Erfahrungen mit Glücksspielen im Internet haben 19,9 Prozent der Jugendlichen gemacht, gegenüber 8,8 Prozent in der Erhebung 2020/2021. Die vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfohlene Nutzungsdauer digitaler Medien von maximal zwei Stunden täglich überschreiten 50,3 Prozent bei Social Media. Opfer von Cyber-Mobbing wurden 13,8 Prozent, 2016/2017 waren es 7,0 Prozent. Mit ihrer Lebenssituation zufrieden oder ganz und gar zufrieden sind 60,3 Prozent.
Die Befragung läuft seit dem Schuljahr 2004/2005 alle vier Jahre auf Anregung der Landessuchtkonferenz Brandenburg. Konzipiert und durchgeführt wurde die sechste Erhebung vom Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit. Neben den Suchtberatungsstellen der Landkreise und kreisfreien Städte gibt es ein Onlineberatungsangebot: [Klick].




