Marie-Agnes Strack-Zimmermann zu Gast beim FDP-Kreisverband Brandenburg

Die Gäste wurden dann auch für ihr geduldiges Warten belohnt. In gut zwei Stunden gab die gestandene Politikerin nicht nur einen Einblick in ihre damalige Arbeit als Abgeordnete des Bundestages, sondern beantwortete auskunftsfreudig Fragen zu ihrer aktuellen Arbeit im Europäischen Parlament und auch zu politischen Themen. Dabei stellte sie fest, dass es da „krasse“ Unterschiede gebe, da sie im EU-Parlament ja mit 20 anderen liberalen Parteien in einer Gemeinschaft arbeitet. Zudem sei es in Brüssel organisatorisch viel straffer.
Kritisch sieht Strack-Zimmermann die Reisen nach Straßburg, denn sie würde lieber nur von Brüssel aus arbeiten, auch um so das Parlament finanziell zu entlasten. Aber eine Hoffnung, dass sich die Frage einmal erledigen könnte, hat sie nicht. Auf die Frage des Zwanges der Einstimmigkeit bei Beschlüssen verwies sie darauf, dass diese gerade in Wirtschafts- oder Finanzfragen sinnvoll ist, denn nur Mehrheitsbeschlüsse können auch für Deutschland zum Nachteil werden.
Zu den Aktivitäten von Europa im Ausland, insbesondere in Afrika, vermittelte die FDP-Politikerin, dass gerade die EU im Ausland positiv wahrgenommen werde. „Was hier an der EU geschätzt wird, dass man mit den Ländern auf Augenhöhe arbeitet und nicht von oben herab“, so Strack-Zimmermann. Kritisch sieht sie aber auch, dass man gerade den Einfluss in Afrika als EU verschlafen habe. Hier sei China ganz weit vorn. Zum Thema Migration sagt sie auch, wenn man den Menschen vor Ort mehr helfen würde, könnte man etwas dafür tun, dass sie da bleiben. Insgesamt sei gerade Deutschland mit der Migrationsfrage zu naiv umgegangen.
Zum Thema NATO zeigte sie sich auch besorgt. Das vor allem mit Blick auf die USA, die rund 65 Prozent des gesamten NATO-Volumens beitragen. Dennoch sieht sie, dass sich Europa besser aufstellen muss, und zeigte sich gerade über den Beitritt von Schweden und Finnland erfreut. Beide Länder seien militärisch bestens aufgestellt und ein Gewinn gerade für die europäischen NATO-Mitgliedsländer. Inzwischen sei zu erkennen, dass die Industrie flexibler ist, was gerade mit Blick auf Technologie in der Rüstung wichtig sei. „Militärische Abschreckung sind nicht nur Panzer, wir haben inzwischen Cyberangriffe. Dagegen braucht es entsprechende Technologien“, erklärt sie.
Zum Abschied äußerte sie drei Wünsche, die sie hat und die sich mit der Ukraine befassen. Als Erstes wünscht sie sich, dass Europa gemeinsam mit der Ukraine einen Friedensplan erarbeitet, allerdings mit den Entscheidungen aus der Ukraine, denn es ist ihr Land. Die Freigabe der eingefrorenen 140 Milliarden Euro für die Ukraine ohne Bedingungen ist ihr zweiter Wunsch. Als Drittes steht sie dafür, dass die Ukraine weitreichende Waffen, wie die „Taurus“ bekommt, um tief in Russland militärische Ziele zerstören zu können.











































