Das Toiletten-Fiasko am Bahnhof

Nicht mehr als eine Notlösung für die Notdurft - am Bahnsteig gibt es dieses WC. Es ist zwar einigermaßen sauber, aber wenig einladend, gerade in der kälteren Jahreszeit.
Nicht mehr als eine Notlösung für die Notdurft - am Bahnsteig gibt es dieses WC. Es ist zwar einigermaßen sauber, aber wenig einladend, gerade in der kälteren Jahreszeit.

Warum die Toiletten geschlossen sind, das erläutert die Wobra ausführlich in einem Instagram-Posting. Dort informiert das Unternehmen z.B.: "Bereits Anfang 2016 teilte der damalige Pächter mit, dass die Kosten zum Betrieb der Anlage nicht gedeckt werden. Wir dachten darüber nach, die WC-Anlage selbst zu betreiben und holten uns Angebote für die Reinigung ein. Doch waren diese für uns wirtschaftlich unrealisierbar.
2017 änderte sich das Nutzerverhalten. Diebstähle und Vandalismus nahmen zu. Ende 2019 erreichten die Beschädigungen eine neue Stufe: Urinale und Druckspülplatten wurden aus der Wand gerissen, Spiegel abmontiert, Lampen und WC-Türen beschädigt sowie regelmäßig neue Graffitis gesprüht. Auch nachgerüstete Vandalismus sichere Ausstattungen hielten nicht stand. Die Beschwerden häuften sich. Der Pächter kam mit den Instandsetzungen und Reinigungen nicht mehr hinterher. Die Anlage machte trotz täglicher Reinigung einen verwahrlosten Eindruck. Dies alles führte zur Kündigung des Pachtvertrages seitens des Pächters und zur Schließung der Toiletten."

Die Wobra suchte daraufhin nach regionalen Pächtern, welche den Betrieb übernehmen. Dort wurde man nicht fündig, also wurden überregionale Toilettenbetreiber kontaktiert, die professionell Bahnhöfe, Raststätten etc. betreuen. Erkenntnis: "Für eine kostendeckende Nutzung wären täglich rund 500 zahlende Gäste erforderlich – zum damaligen Zeitpunkt waren es ca. 30-50", so ein Wobra-Sprecher.

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Gleichwohl wäre nach Wobra-Aussagen ein serviceorientiertes Toilettenangebot im Gebäude möglich. Es bräuchte einen Baukostenzuschuss von mindestens 150.000 € sowie einen Betriebskostenzuschuss von ca. 3.500 € pro Monat. "Bedingungen, die wir allein nicht tragen können. Die öffentliche Toilette auf dem Vorplatz, die der Stadt gehört, müsste zudem geschlossen werden. Das würde den Standort stärken. Bleibt sie geöffnet, erhöht sich der monatliche Betriebskostenzuschuss", heißt es in der Wobra-Stellungnahme weiter. Auf die Bahn braucht man hier übrigens nicht zu setzen. Das Gebäude wurde entwidmet, daher gilt es nicht mehr als Bahnhof. Das ist auch der Grund dafür, dass es im Haus keine Anzeigetafeln für Züge oder entsprechende Durchsagen gibt.

Die Petition haben aktuell 842 Personen unterschrieben; 724 davon aus der Stadt Brandenburg. 1.000 Unterschriften sind nötig, damit die Stadtverordneten sich mit dem Thema beschäftigen müssen. Die hiesigen Lokalpolitiker sollten bereits jetzt einmal die 344 Kommentare auf der Aktionsseite durchlesen, dann bekommen sie schnell ein Gefühl dafür, wie sehr der Schuh (oder sollte man besser sagen: Die Blase) drückt.

Drei Beispiele:
- "Die Metallcontainer vorm Bahnhof sind leider als Frau keine nutzbare Alternative. Auch für Besucher der Stadt (Geschäftsleute und Touristen) ist das keine gute Visitenkarte der Stadt."
- "Dass es überhaupt eine Petition braucht... egal ob am Bhf oder anderswo in der Stadt, fehlende Toiletten sorgen für Unmut bei Bewohnern und Touristen und führen darüber hinaus zu mehr Verschmutzung in der Stadt. Sich auf Vandalismus auszuruhen, zeigt, dass hier kein Interesse / Handlungsbedarf besteht."
- "Ich bin "Berufspendler" und - anders als z. B. in Potsdam am Hauptbahnhof - ist es am Hauptbahnhof in Brandenburg an der Havel unmöglich, vor allem als Frau, ein nutzbares WC zu finden."

Der Link zur Petition: [Klick]

Nicht mehr als eine Notlösung für die Notdurft - am Bahnsteig gibt es dieses WC. Es ist zwar einigermaßen sauber, aber wenig einladend, gerade in der kälteren Jahreszeit.
Nicht mehr als eine Notlösung für die Notdurft - am Bahnsteig gibt es dieses WC. Es ist zwar einigermaßen sauber, aber wenig einladend, gerade in der kälteren Jahreszeit.
Nicht mehr als eine Notlösung für die Notdurft - am Bahnsteig gibt es dieses WC. Es ist zwar einigermaßen sauber, aber wenig einladend, gerade in der kälteren Jahreszeit.
Nicht mehr als eine Notlösung für die Notdurft - am Bahnsteig gibt es dieses WC. Es ist zwar einigermaßen sauber, aber wenig einladend, gerade in der kälteren Jahreszeit.
Foto:  Jörg Rzadkiewicz
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