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Dritte und bisher größte Hilfslieferung ist in der Ukraine angekommen

Aus der Stadt
  • Erstellt: 13.05.2022 / 11:01 Uhr von eb/pre
Die “schnelle medizinische Hilfe für die Ukraine”, initiiert vom Universitätsklinikum, geht weiter. Der dritte Hilfstransport aus Brandenburg an der Havel hat seine Ziele - diesmal gleich vier Städte - erreicht. “Dies war unser bisher größter Transport humanitärer Hilfe”, berichtet Anwalt Marcus Wolter, der mit dabei war.  “Die beiden 40-Tonner waren absolut voll. Basierend auf Anforderungslisten aus jeder Stadt lieferten wir hauptsächlich Lebensmittel nach Odessa sowie medizinische Versorgung und Ausrüstung nach Charkiw, Zhytomyr und Mykolaev.”

“Die Logistik in dem Kriegsgebiet war dieses mal besonders schwierig, um die Vorräte von Odessa, wo wir unseren Konvoi entladen haben, zum endgültigen Bestimmungsort zu bringen”, so Marcus Wolter weiter. “Wegen der erwarteten russischen Raketenangriffe und Luftangriffe auf die Stadt wollten wir unsere Fracht nicht an einem Ort im Lager in Odessa lassen. Wir organisierten kleinere LKWs, die Odessa mit der entsprechenden Ladung noch am selben Tag verließen. Es wurde noch komplizierter, da einer der von uns in der Ukraine eingesetzten Lastwagen durch eine Mine zerstört wurde und einer der Fahrer am Tag unserer Ankunft ein Familienmitglied aufgrund des Krieges verlor und es nicht nach Odessa schaffen konnte."
 
Dabei sei das Queren der Grenzen dank besserer Vorbereitung und Unterstützung auf ukrainischer Seite viel schneller abgelaufen. “Der Transport erregte in der Ukraine viel Medienaufmerksamkeit. Wir haben Dankesschreiben von den Bürgermeistern und jede Menge Videobotschaften bekommen”, erzählt Marcus Wolter. “Wir sind natürlich dankbar für das positive Feedback, das wir erhalten haben und dass sich jetzt sogar der Parlamentspräsident und das Büro des ukrainischen Präsidenten persönlich an uns wenden, um weitere Lieferungen in die Ostukraine, also den Donbass, wo Menschen hungern, zu erreichen.”
 
“Gleichzeitig ist dies ziemlich besorgniserregend, da es große, professionelle NGOs mit dem 100-fachen Budget, Personal und Spenden gibt”, führt er weiter aus. “Wenn wir jedoch mit den Menschen vor Ort in den von uns unterstützten Städten sprechen, kommt nicht viel mehr an. Ihnen gehen regelmäßig Dinge wie Insulin und Flüssigkeit für Infusionen aus. Wir trafen auf einen Arzt der weinte, als wir die Lieferung mit Insulin überreichten”, schildert der Engagierte. “Ich bin mir nicht sicher, warum das der Fall ist, aber sicherlich besorgniserregend, da es nicht so aussieht, als würde dieser Krieg in absehbarer Zeit aufhören.”
 
Das Team hat sich auf den Heimweg nach Brandenburg gemacht. Marcus Wolter lobt insbesondere die vier Lkw-Fahrer, die fünf volle Tage vom Packen bis zur Rückkehr auf sich nahmen. “Nochmals vielen Dank an alle für Ihre Unterstützung! Sie machen vor Ort einen wirklichen Unterschied”, sagt er und kündigt an: "Wir werden unsere Arbeit fortsetzen, wahrscheinlich mit kleineren Lieferungen von Spezialmedikamenten und medizinischem Bedarf."  

“Unser besonderer Dank gilt der Firma Zureck Logistik, den Recura Kliniken in Beelitz Heilstätten und dem DRK in Brandenburg an der Havel!”, heißt es außerdem seitens des Universitätsklinikums.
 
Zur Finanzierung der Hilfsprojekte bleibt das Spendenkonto geöffnet und alle Spendengelder werden zur direkten Ukrainehilfe verwendet:
 
Empfänger: Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH 
IBAN: DE47 3606 0295 1006 0370 18 
Bank: Bank im Bistum Essen 
Verwendungszweck: Schnelle medizinische Hilfe für die Ukraine

Bilder

Fotos: privat
Marcus Wolter (rechts) berichtet vom Transport.
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