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Gedenkveranstaltung mit Straßen-Theater-Aufführung des inklusiven Reutlinger Ensembles "Die Tonne"

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 16.08.2022 / 16:01 Uhr von eb
Mit Datum des 1. September 1939, dem Tag des deutschen Überfalls auf Polen, autorisierte Adolf Hitler in einem von ihm unterzeichneten sogenannten „Gnadentod“-Erlass die Ermordung von angeblich „lebensunwertem Leben“. Von Januar 1940 bis August 1941 töteten die Nationalsozialisten zirka 70.000 Menschen in sechs Gasmord-Anstalten im Deutschen Reich. In der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel – direkt am heutigen Nicolaiplatz gelegen – vergasten sie 1940 mehr als 9000 Männer, Frauen und Kinder aus Heil- und Pflegeanstalten. Die Stadt Brandenburg an der Havel und die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde laden aus diesem Grund jährlich zur Gedenkveranstaltung am 1. September an den Ort des Geschehens ein. 

Ab 11 Uhr sprechen Oberbürgermeister Steffen Scheller sowie Dr. Sylvia de Pasquale, Leiterin der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde.
Zudem wird es eine Einführung in die anschließende Straßen-Theater-Aufführung des inklusiven Theaterensembles “Die Tonne” aus Reutlingen geben.
Die Straßen-Theater-Aufführung „Hierbleiben… Spuren nach Grafeneck“ beginnt um 12 Uhr auf dem Nicolaiplatz. Neben Brandenburg war auch das süddeutsche Grafeneck 1940 eine der sechs Tötungsanstalten mit rund 10.000 Opfern.
Das aus Reutlingen stammende inklusive Theater-Ensemble besteht aus Menschen mit und ohne Behinderung. Das Theaterstück erinnert an die Ermordeten aus Grafeneck - und Brandenburg: „Auf ihren Spuren bewegt sich diese spartenübergreifende, mobile Produktion, greift Fakten und Hintergründe wie konkrete Biografien Betroffener auf und setzt sich assoziativ, spielerisch in ganz unterschiedlichen Kunstformen damit auseinander“, so die Verantwortlichen des Ensembles. „Szenisches, Musikalisches, Choreografiertes, manchmal auch Improvisiertes und Interaktives wirft in kurzen, abwechslungsreichen Sequenzen einen vielfältigen Blick auf das Vergangene und bietet (…) aktuelle Bezüge.
Über die Form des Straßentheaters werden Menschen in den direkt betroffenen Orten von damals auch heute unmittelbar erreicht, ohne sich extra in einen Theaterraum zu begeben, erleben unmittelbar die besonderen Begabungen und Persönlichkeiten des Ensembles und die vielfältigen sinnlich ansprechenden Formen der Umsetzung.“
Der Besuch des 90-minütigen Straßen-Theaters ist kostenfrei und findet auch bei Regen statt. Sitzmöglichkeiten werden bereitgestellt.
Weitere Informationen über das Projekt online unter [https://spuren-nach-grafeneck.de].

Bilder

Portrait von Theodor Kynast (Charkow 1904 – Grafeneck 1940): Bildarchiv Gedenkstätte Grafeneck – Dokumentationszentrum Design: schöpfungsfragen.de
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