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„Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“

Sport
  • Erstellt: 25.09.2022 / 16:26 Uhr von Martin Terstegge
Das es einen Derbysieger nach der Landespokalpartie zwischen der BSG Stahl Brandenburg und dem BSC Süd 05 geben wird, war klar, nur welches Fanlager die Hymne „Hey, hey, Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“ anstimmen kann, musste noch ermittelt werden. Der Anpfiff verschob sich letztendlich um eine halbe Stunde, da der Andrang auf die Tagesskasse so groß war, ehe die beinah 2.200 Zuschauer ihren Platz einnahmen.

Nach einer emotionalen Ansprache des Cheftrainers Maik Aumann, wiederholte das Stahl-Urgestein Alexander Tarnow das Ritual unmittelbar vor dem Anpfiff auf dem Rasen. Er führte die Mannschaft in die Fanecke und diese Verbundenheit sollte über die gesamten 90 Minuten nicht abreißen.

Zu Beginn tasteten sich beide Teams ab, nach etwa 10 Minuten übernahmen dann die Gastgeber die Regie. In der 13. Minute sorgte Luca Köhn für den ersten Aufreger. Er bekam den Ball auf der linken Seite in den Lauf gespielt, setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch, doch sein Schuss strich knapp am rechten Pfosten vorbei. Diese Angriffsvariante sahen die Zuschauer noch mehrmals an diesem Nachmittag. Auch wenn sich Köhn nicht in die Torschützenliste eintragen konnte, offenbarte er die Schwäche auf der rechten Defensivseite der Gäste. Nur zwei Minuten später kam ein Eckball in den BSC-Strafraum geflogen, Pascal Karaterzi stieg hoch und köpfte für Süd-Torhüter Luca Sammartano unhaltbar ins linke obere Eck. Die gesamte Ersatzbank der BSG, rannte aufs Spielfeld, schloss sich dem Jubel der Stahl-Elf an.

Und sie machte nicht anschließend den Fehler sich auf der Führung auszuruhen, sondern blieb dran, beschäftigte den Gegner in jeder Phase. Der Brandenburgligist fand in der ersten Hälfte nicht statt, die Süd-Spieler bekamen keinen Zugriff aufs Spiel. Zweimal musste Stahl-Schlussmann Felix Baitz vor der Pause (34., 41.) eingreifen, den Rest erledigte seine Vorderleute mit großer Leidenschaft. Der nächste Dämpfer ereilte die Gäste in der 27. Minute. Erik Sauer erahnte die etwas krumme Flugbahn einer abgefälschten Flanke im rechten Strafraum und traf ins lange Eck zum 2:0. Die gleichen Jubelszenen wie beim Führungstreffer wiederholten sich. Lediglich Trainer Aumann verzichtete auf den Jubelsturm, freute sich „einsam“ bei der Wechselbank.

Danach kontrollierten die Platzherren das Geschehen im Stile einer Klassemannschaft. Sie lagen mit 2:0 vorn, schoben sich konzentriert den Ball zu, spielten auch häufiger wieder zurück in Richtung Torhüter Baitz, ohne dass der Kontrahent an den Ball kam. Aber wenn sich Lücken aufgrund des häufigen Rotierens der Angreifer ergaben, kam es zur Tempoverschärfung in der Offensive. Da sich die Gäste massiv um ihren Strafraum drängten, versandeten jedoch viele Aktionen. So gab es nur wenige echte Möglichkeiten mit vielversprechenden Abschlüssen, doch die hatten es in sich. So wie in der 43. Minute als Max Bennet Säger Nils Müller bediente, dessen Schuss am linken Pfosten vorbei ging. Kurz darauf drang Köhn erneut über die linke Seite in den Sechzehner ein, sah den einlaufenden Müller, doch sein Pass wurde gerade noch geblockt.

Mit dem 0:2 zur Pause war der höherklassige Vertreter zur Pause noch gut bedient. Die Stahl-Elf führte hochverdient, war effizient im Angriff und konzentriert in der Defensive, was sich aber nicht nur auf die reinen Verteidiger bezog, da alle Mannschaftsteile ihre Gegenspieler störten.

Nach dem Wiederanpfiff zunächst das gleiche Bild, die Platzherren zogen die Fäden, die Gäste eher abwartend ohne Ideen. Doch in der 57. Minute bekamen sie ihre Chance durch Nebyou Dawit Molalegn, dessen Versuch aber um einen Meter am linken Pfosten vorbei strich. Kurz darauf meldeten sich die Stahl-Fußballer in Person von Luca Köhn. Nach einem abgewehrten Eckball verfehlte er sein Ziel nur knapp aus 18 Metern. Die größte Möglichkeit zur endgültigen Entscheidung ging durch eine feine Balleroberung Adrian Jaskolas in der 68. Minute voraus. Er spielte Nils Müller perfekt in den Lauf, doch anstatt den schnellen Abschluss zu suchen, ging er ins Dribbling und die Chance verpuffte.

Mit dem 3:0 hätten es die Gastgeber leichter gehabt in der restlichen Spielzeit, denen nun allmählich die Kontrolle verloren ging. Das unermüdliche Laufspiel forderte seinen Tribut. Der Trainerstab reagierte mit Wechsel, wodurch der Rhythmus verloren ging. Entlastung in Form von Offensivaktionen konnten der Landesligist nur noch selten fahren. Die beste Chance zur Erhöhung hatte noch Köhn mit einem Freistoß aus 22 Metern, den Süd-Keeper Sammartano erst im Nachfassen entschärfte. Zum Ende hin konzentrierte sich das Geschehen immer mehr in Richtung des Tores von Felix Baitz. Doch mit Glück und Geschick hielt er seinen Kasten in den drei brenzligen Situationen in der Schlussphase sauber.

Nach dem Abpfiff rannte die gesamte Stahl-Elf in Richtung Stahl-Kurve, stimmte mit den Fans immer wieder das beliebte „Hey, hey, Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“ an. Die Einheit zwischen Spieler und Anhänger haben den Pokalsieg möglich gemacht. Für Marvin Krause, der aus seiner Premnitzer Zeit durch Duelle mit den Rathenower Vereinen erprobt ist, war dieses Spiel aber überwältigend: „Das haben wir für die treuen Fans gemacht. Die unterstützen uns seit Jahren, nun wollten wir etwas zurückgeben. Unser großes Ziel ist es den Verein wieder dahin zu führen, wo er lange Zeit war. Von diesem Spiel können wir zehren, wissen aber dass die Landesliga wichtiger ist.“

Für Trainer Maik Aumann war dieses Spiel ebenfalls etwas Besonderes: „Dreimal stand ich als Spieler in einem Derby auf dem Platz, und es gab nie einen Sieg. Aber jetzt als Trainer.“ Die Freude darüber war ihm anzumerken, vor allem weil der Matchplan aufging. Sie hatten sich entschlossen ohne echten Mittelstürmer zu beginnen, Lukas Hehne wurde später eingewechselt, dafür agierte Nils Müller als „falsche 9“. Dies ging vor allem in der ersten Hälfte auf, in der Maik Aumann, seine Elf als „Klassenbester einstufte“.

Zum Gelingen des schönen Fußballnachmittages leisteten auch beide Fanlager ihren Beitrag. Sie feuerten zwar ihre Mannschaften lautstark an, die eine oder andere Pyrotechnik kam ebenfalls zum Einsatz, doch im Stadionbereich blieben die befürchteten Ausschreitungen aus.

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