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Für den Trainer war es das erwartet schwere Spiel

Sport
  • Erstellt: 02.10.2022 / 12:01 Uhr von Martin Terstegge
Tabellendritter gegen das Schlusslicht – was kann da schon schief gehen, mag sich mancher Besucher der Landesligapartie zwischen der BSG Stahl Brandenburg und den SC Oberhavel Velten gedacht haben. Zumal die Brandenburger in der Woche zuvor im Landespokal den höherklassigen Ortsrivalen BSC Süd 05 mit 2:0 aus dem Wettbewerb kegelten. Daraus auf ein eindeutiges Ergebnis zu schließen, war jedoch ein Trugschluss. Dabei erlebten die Gastgeber den erhofften Beginn.

Nach einem tiefen Pass ließ Pascal Karaterzi den Ball mit der Brust auf Nils Müller prallen, der erfolgreich zum 1:0 (2.) abschloss. Ein frühes Tor hatten sich alle erhofft, es sollte der „Dosenöffner“ für ein entspanntes Spiel werden. Doch die Gäste hatten die schnelle Antwort. Nach einem Eckball in der 5. Minute ließ die Stahl-Abwehr Oliver Hinze für einen Bruchteil aus dem Blick, diesen Vorteil nutzte er, um zum 1:1 auszugleichen. Schlussmann Felix Baitz blieb ohne Abwehrchance. Er musste bis weit in die zweite Hälfte warten, ehe er sich einmal auszeichnen konnte. Zunächst machten die Gastgeber nicht den Eindruck, dass das Gegentor sie geschockt hätte. Nur wenig später brachte Luca Köhn einen Freistoß vor den Veltener Kasten, Maximilian Glomm stieg hoch, sein Kopfball ging knapp drüber.

Der Stahl-Elf war anzumerken, dass sie möglichst schnell wieder in Führung gehen wollte. Sie versuchte durch schnelles Passspiel Lücken in der Gästedefensive aufzureißen, doch die erledigte ihre Aufgabe souverän, ließen den Brandenburger kaum Zeit, das Leder in Ruhe anzunehmen. Mit fortlaufender Spielzeit agierten die Gastgeber im Spielaufbau zu unruhig, wie Trainer Maik Aumann hinterher kritisierte: „Anstatt den Ball viele Male von einer Seite zur anderen zu spielen, um den Gegner zu beschäftigen, wollten wir immer schnell in die Spitze.“ So erlahmte die Durchschlagskraft, obwohl die Platzherren gefühlte 80 Prozent Ballbesitz besaßen. Viel Produktives entstand aber nicht.

Müller, dem sein Tor sichtlich guttat, verfehlte in der 21. Minute das Ziel nur knapp, bei seinem Versuch aus 18 Metern. Pech hatten die Gastgeber nach einer halben Stunde, dass der Schiedsrichter nicht auf den Punkt zeigte. Max Bennet Säger wurde im Gästestrafraum hörbar am Fuß getroffen, der Pfiff blieb jedoch aus. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gab es dann doch noch den genialen Augenblick. Köhn hatte das Leder auf der linken Seite. Jonas Günther forderte den Ball, bekam ihn perfekt im Sechzehner angespielt, ließ noch den SC-Torwart aussteigen und sorgte für die 2:1-Pausenführung.

Die Stahlspieler kamen mit dem festen Vorsatz aus der Kabine, möglichst schnell für die Vorentscheidung zu sorgen. In der 49. Minute bediente Günther den mitgelaufenen Glomm auf der rechten Seite, der zog sofort ab, sein Schuss strich aber am langen Pfosten vorbei. Kurz darauf verfehlte Timm Renner denkbar knapp sein Ziel. Er hatte noch weitere im Ansatz gute Möglichkeiten, aber mal wurde er geblockt, dann zögerte er einen Augenblick zu lang oder seine Schüsse gingen vorbei. Trotz seiner unglücklichen Abschlüsse war er ein Aktivposten auf dem Platz.

Dann verflachte die Partie für eine Viertelstunde, nahm aber wieder ab der 70. Minute Fahrt auf. Köhn lief an der Strafraumgrenze entlang, sein Schuss ging vielleicht einen halben Meter über die Latte. Dann hatte plötzlich Baitz (75.) seinen großen Auftritt, als er bei einem Schuss sein ganzes Können aufbieten musste. Es war der zweite Schuss auf seinen Kasten und auch der Letzte an diesem Tag. Mit viel Pech hätte es der Ausgleich sein können. Die Erlösung in Form des dritten Tores fiel in der 87. Minute, in Zusammenarbeit der eingewechselten Sebastian Hoyer und Lukas Hehne. Hoyer setzte sich rechts im Strafraum durch, passte auf Hehne, der ließ seinen Gegenspieler stehen und traf trocken oben ins linke Eck. Kurz darauf schien sogar das 4:1 fällig, Nicholas Engel kam jedoch gegen den Torwart einen Tick zu spät.

Es war der viel zitierte „Arbeitssieg“. Für die Zuschauer war es zum Teil schwere Kost, doch man muss auch feststellen, dass der Kontrahent nicht unbedingt, wie ein Abstiegskandidat der ersten Güte agierte. Er hat es dem Favoriten so schwer wie möglich gemacht. „Ich wusste, dass wird heute verdammt schwer. Gegen so einen Gegner kann man eigentlich nie gut aussehen. Ich will nichts beschönigen, wir haben über weite Strecken nicht gut gespielt, haben aber durch schön herausgespielte Tore verdient gewonnen“, so Trainer Aumann.

Nächsten Sonnabend (8. Oktober) kommt es in der Landesliga Nord zum Gipfeltreffen. Der Ligazweite BSG Stahl tritt beim Tabellenführer Fortuna Babelsberg an.

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