Logo

700 Jahre Wust: Ein Blick auf die Geschichte des Ortes

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 18.05.2024 / 11:01 Uhr von ht
Zum Auftakt einer Artikel-Serie über das Jubiläum des Ortes Wust, der vom 23. bis 25. August seinen 700. Geburtstag feiert, werden markante Daten und interessante Fakten aus der Ortschronik vorgestellt.
Anzeige

Die Gemarkung Wust, am Südrand der Havel-Emster-Niederung gelegen, weist durch verschiedene archäologische Funde auf eine Besiedlung in vor- und frühgeschichtlicher Zeit hin. Wust entstand im 13. Jahrhundert als typisches märkisches Straßendorf. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und leitet sich vom altpolabischen „vost“ (Distel) ab, was Wust als „Ort, wo Disteln wachsen“ bedeutet.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wust am 22. August 1324, als Markgraf Ludwig bestätigte, dass das Dorf „Wuest“ zusammen mit fünf anderen Orten eine Steuer an die Neustadt Brandenburg zu zahlen habe. Später übertrug er alle Einkünfte und Rechte in der „villa Wust“ dem neustädtischen Heiliggeistspital und dem Kloster der schwarzen Mönche. Diese Abgaben wurden bis 1714 geleistet.

Die Wuster Kirche wurde 1459 erstmals erwähnt, jedoch gab es kein Pastorenhaus und keinen Pfarrer im Ort. 1881 wurde die alte Kirche abgetragen und eine neue erbaut. Der Kirchturm wurde auf dem Fundament des alten errichtet.

Von einem Schulmeister wird erstmals 1667 berichtet. Das erste Schulhaus entstand 1793 und wurde 1904 durch ein neues ersetzt, das bis 1961 als Schule genutzt wurde und heute eine Dorfbegegnungsstätte ist.

Über Jahrhunderte war Wust landwirtschaftlich geprägt. Die Höfe wurden von Bauern und Kossäten bewirtschaftet. Kossäten waren Dorfbewohner, die ein kleines Haus (Kate) und ein wenig Land besaßen, welches jedoch nicht zu Selbstversorgung ausreichte. Ende des 19. Jahrhunderts kamen Schifferei, Torfabbau und zwei Ziegeleien hinzu. Anfang des 20. Jahrhunderts lebten etwa 500 Einwohner in Wust, von denen über 100 in den nahegelegenen Fabriken arbeiteten.

Im Sommer 1914 erhielt Wust Anschluss an das elektrische Überlandleitungsnetz. Im Verlauf des Ersten Weltkrieges wurden die beiden großen Kirchenglocken beschlagnahmt. 1922 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr, deren Gerätehaus 1960 erbaut wurde und heute noch genutzt wird.

1953 wurde in Wust die erste LPG gegründet, die später mit der LPG Gollwitz zur Tierproduktion Wust-Gollwitz zusammengeschlossen wurde. Heute existiert im Ort ein bäuerlicher Betrieb.

Im Jahr 1992 wurde das Brandenburger Einkaufszentrum auf dem Territorium der Gemeinde errichtet. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Wust 2003 in die Stadt Brandenburg an der Havel eingemeindet.

Von 2012 bis 2014 wurde der Kirchturm umfassend saniert. Der Umbau des Erdgeschosses der alten Schule wurde von Mai 2019 bis Februar 2020 abgeschlossen, sodass es nun für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden kann.

Am 23. Februar 2024 erhielt Wust erstmals ein Ortswappen, das künftig von Vereinen und Organisationen genutzt werden soll. Weitere Details hierzu folgen in den nächsten Beiträgen zum 700. Geburtstag von Wust.

Bilder

Foto: Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt
Quelle: Festkomitee „700 Jahre Wust“
Dieser Artikel wurde bereits 1.500 mal aufgerufen.

Werbung