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Derbysieg mehr gewollt

Sport
  • Erstellt: 11.06.2024 / 07:01 Uhr von Martin Terstegge
Die Kreisoberligapartie zwischen der BSG-Stahl Brandenburg II und dem FC Borussia Brandenburg hatte für beide Mannschaften keine besondere Bedeutung bezüglich des Saisonausgangs. Aber im Prestigewert. Im Hinspiel erklärten sich die Borussen zum Derbysieger, an diesem Sonntag tat es die gastgebende BSG Stahl II, nach einem verdienten 3:2-Erfolg.
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Die mehr als 100 Zuschauer sahen einen ausgeglichenen Beginn, beide Teams mit „Minichancen“, aber keine echten Hochkaräter. Umso überraschender die Gästeführung in der 18. Minute. Romano Mattaj soll seinen Gegenspieler gehalten haben, und der Unparteiische entschied auf Strafstoß. Den konnte Torwart Ole Wendt zwar abwehren, doch die Nachschusschance ließ sich Mirko Büttner nicht entgehen. Nach dem Rückstand gab es einen Ruck in der Stahl-Elf. Auch wenn es das vorletzte Saisonspiel war, um nichts Konkretes mehr ging, verlieren wollten die 2. Stahl-Männer dieses Derby jedenfalls nicht.

Sie hatten aber in der 28. Minute großes Glück, dass es keinen zweiten Foulelfmeter gab, nach einer ungestümen Attacke im eigenen Strafraum. Es war allerdings auch die letzte Offensivaktion der Gäste vor der Pause. Von nun an ging es nur noch in Richtung der Borussen-Hälfte, ohne jedoch eine Vielzahl an Riesenmöglichkeiten zu kreieren. Die waren im Prinzip vorhanden, doch der finale Pass zum frei stehenden Mitspieler wurde schlecht ausgeführt. Eine gute Gelegenheit zum Ausgleich hatte in der 33. Minute Nils Fröhlich, als er von links kommend zur Mitte zog, knapp vor dem Sechzehner abschloss, doch sein Schuss ging um einen halben Meter am linken Pfosten vorbei.

In der Schlussphase der ersten Hälfte belohnten sich dann die Gastgeber für ihre Mühen. In der 41. Minute versetzte Leonard Koppe auf der rechten Strafraumseite seinen Gegenspieler, bediente den sich frei laufenden Pavel Sachs, der ins linke untere Eck traf. Die Platzherren blieben dran, während die FCB-Kicker die Pause herbeisehnten. Der Schiedsrichter ließ jedoch nachspielen, was die Platzherren nutzten.

Nach einem Eckball wurde der Kopfball von Eugen Klassen zunächst abgewehrt, der Nachschuss von Malte Weise kam ebenfalls nicht durch, fiel aber vor die Füße von Klassen, der ihn unter das Netz hämmerte, zur 2:1-Pausenführung.

Zu Beginn der zweiten Hälfte ein unverändertes Bild. Die Gastgeber mit wesentlich mehr Vorwärtsdrang. In der 48. Minute hätten sie die Gäste beinah ein drittes Mal überrascht. Ein Freistoß flog von der Mittellinie links in den Sechzehner, die Vorlage kam zu Leon Butz, der aus nächster Nähe über das Tor zielte.

Eigentlich hätten die Zuschauer mit dem Wiederanpfiff energischere Borussen erwartet, doch sie ließen mit ihrer Aufholjagd auf sich warten. Zwei Chancen erspielten sie sich nach circa einer Stunde. Zunächst verzog der eingewechselte Marvin Strehlau, kurz darauf Büttner.

Es war jedoch eher ein „Strohfeuer“. Die Stahl-Fußballer rafften sich noch einmal auf, gaben in der Defensive alles, so wie Kapitän Carsten Hantke, der mit einigen gekonnten Grätschen gefährliche Situationen verhinderte. Aber auch vorn wirkten die Gastgeber gefährlicher, auch wenn sie nach wie vor nicht jeden Pass an den Mann brachten oder die falschen Entscheidungen trafen. Bei der Vorentscheidung in der 68. Minute halfen die Borussen kräftig mit. Nach einem Missverständnis zwischen Torwart Jonas Wagner und einem Mitspieler bedankte sich Sachs mit einem Heber über Wagner und vollendete dann ins verwaiste Tor zum 3:1.

Erst jetzt erhöhte die FCB-Elf ihren Druck, doch die engagierte Stahl-Abwehr ließ sich nicht überraschen – bis zur 90. Minute. Da nahm sich Marko Radon ein Herz, traf unhaltbar aus 25 Meter unter die Latte zum 2:3. Doch es war nur Ergebniskosmetik, denn kurz darauf ertönte der Abpfiff.

Es war ein verdienter Heimerfolg, den die 2. Stahl-Männer einfach mehr wollten. Michael Menke, der erneut den gesperrten Trainer Lars Bauer auf der Bank vertrat, fand nur lobende Worte für seine Mannschaft: „Es ist schwer, sich zum Saisonende zu motivieren, wenn es um nichts geht. Doch heute haben alle alles gegeben, jeder hat für jeden gekämpft und so dem Gegner kaum Chancen ermöglicht.“

Am letzten Spieltag (16. Juni) geht die Fahrt zum ESV Lok Seddin. Egal wie es ausgeht, die 2. Stahl-Männer werden diese Spielzeit im einstelligen Tabellenbereich beenden.

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