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Zu sehen im Kulturpavillon: Ausstellung „Neben der Spur“ von Tobias Kielinger

Aus der Stadt
  • Erstellt: 19.10.2024 / 14:01 Uhr von rb
Das Gefühl, neben der Spur zu sein, kennt wohl jeder. Man kann auch einer Spur folgen, eine Spur hinterlassen oder auf der richtigen Spur sein. Am Ende ist es immer eine Frage der Betrachtungsweise. Eben diesem „Neben der Spur“ widmet sich seit Wochenbeginn die kleine Ausstellung des Künstlers Tobias Kielinger im Kulturpavillon auf dem Nicolaiplatz, die noch bis zum 2. November zu sehen ist und wo sich auch die Gelegenheit bietet, mit dem Künstler selbst ins Gespräch zu kommen.
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Eben das ist von Tobias Kielinger beabsichtigt, denn die Ausstellung „Neben der Spur“ ist für ihn der Versuch, durch das Medium Kunst auf unorthodoxe Weise ins Gespräch zu kommen. Er stellt das erste Mal in der Havelstadt aus und kam über befreundete Kontakte auf die Idee dazu. „Mir wurde dieser Raum gezeigt und ich war gleich sehr angetan, weil er erstens sehr licht ist, da er eigentlich zu 80 Prozent Fenster hat. Er ist gut einsehbar und so kann man mal eine ganz reduzierte, schöne ästhetische Aussage machen. Dafür ist der Raum wirklich wie geschaffen“, so Tobias Kielinger.

Inspiriert wurde der Künstler durch die Straßenbahn, die hier direkt vor den Fenstern vorbeifährt. „Ich bin tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes neben der Spur. Aber ich bin auch inhaltlich. Als Künstler ist man immer neben der Spur, weil die Kunst hat neben der Spur zu sein, damit die Gesellschaft sozusagen sich aus einer anderen Perspektive sehen kann“, erläutert Kielinger. Deshalb ist für ihn neben der Spur zu sein eigentlich, ein künstlerisches Prinzip.

Für Kielinger denken Künstler über die Vergangenheit und über die Zukunft nach. „Das tue ich in dieser Ausstellung vor allem auch. Man kann ja auch eine Spur hinterlassen und diese ganzen Hinterlassenschaften darüber machen sich Künstler auch Gedanken. Also was haben andere Künstler hinterlassen, was haben sie gesagt, was haben sie sagen wollen“, fragt er. Zudem arbeite die Philosophie ähnlich. Für den Künstler denkt sie auch immer neben der Spur, weil sie eben nicht dem täglichen alltäglichen Broterwerb nachgehen muss, sondern Zeit habe, nachzudenken.

Verbunden sind die Bilder mit Klebestreifen, die wiederum Spuren ziehen, von den Bildern ausgehend zueinander, aber auch nach draußen. „So ergießt sich das Bild sozusagen in den Vorhof des Gebäudes und so werden Beziehungen geschaffen. Das ist ja tatsächlich das, was ich auch beabsichtige, dieser Spur zu folgen“, so Kielinger zu der ungewöhnlichen Performance. Damit würden einerseits die Elemente aus dem Raum, aber auch umgekehrt in den Raum fließen. „Ich habe versucht, alles miteinander zu verbinden. Und das ist das, was ich tatsächlich auch im Bewusstsein des Betrachters eigentlich will. Dass man sich spürt, sozusagen auf der Strecke einer Spur, die in die Zukunft führt, aber die aus der Vergangenheit kommt“, erläutert der Künstler.

Geöffnet ist die Ausstellung im Kulturpavillon am Nicolaiplatz noch am 21., 24. und 28. Oktober von 16 bis 19 Uhr sowie am 22. und 29. Oktober von 15 bis 18 Uhr. Zum Abschluss gibt es am 2. November 2024 von 11 bis 14 Uhr eine Finissage. Aber die kleine Ausstellung ist auch durch die großzügigen Fenster jederzeit anzuschauen, auch gern einmal beim Vorübergehen.

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