Der erste Bauabschnitt der Erneuerung der Trinkwasserhauptleitung zwischen dem Wasserwerk in Mahlenzien und dem Ortseingang Kirchmöser ist geschafft. Das sogar gut zwei Wochen vor dem geplanten Fertigstellungstermin und so konnte bereits am 17. Juli der erste Bauabschnitt in Betrieb genommen werden. Darüber informierte heute Gunter Haase, Technischer Geschäftsführer der BRAWAG, gemeinsam mit Susann Böttcher, Bereichsleiterin Trinkwasser bei der BRAWAG, und Andreas Stein, Geschäftsführer der Gesellschaft für Infrastruktur-Planung Brandenburg (GIP), dem Planungsbüro.
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Zuerst lobte Gunter Haase seine Mitarbeiter Susann Böttcher und Andreas Stein für ihre gute Arbeit, denn beide schafften es, Termin und Finanzen im geplanten Rahmen zu halten. Gleichzeitig brachte er aber seinen Missmut gegenüber den die Bauarbeiten begleitenden archäologischen Arbeiten sehr deutlich zum Ausdruck. „Bei mir verfestigt sich immer mehr der subjektive Eindruck dahingehend, dass wir dafür immer mehr Aufwendungen haben. Das führt zu Kostensteigerungen, zu denen wir keinen Einfluss haben. Wir müssen alles bezahlen und es gibt hier keine Zeitformel für eine Begrenzung dieser Arbeiten“, so der Geschäftsführer.
Im Fall der Erneuerung der Trinkwasserleitung sei das wohl wieder sehr deutlich geworden. Man müsse bei einem Vorhaben immer mit durchschnittlich zehn Prozent der Kosten für die Archäologie rechnen. Allerdings gebe es deutliche Unterschiede an die Herangehensweise durch die Firmen, die ein Vorhaben archäologisch begleiten. Als Beispiel nannte er die neue Fernwärmetrasse zwischen Premnitz und Brandenburg an der Havel. “Da kostete die Begleitung rund 700.000 Euro für archäologische Arbeiten auf einer Länge von etwa sieben Kilometer und da lief alles hochprofessionell”, so Haase. Diese Professionalität sah er bei der Trinkwasserleitung nicht. Hier stünden 400.000 Euro zu Buche.
Seine Sorge ist, dass bei weiteren Kostenerhöhungen die Wasserpreise steigen könnten, was letztlich die Verbraucher belasten würde. Aus diesem Grund stand sogar der zweite Bauabschnitt des gesamten Vorhabens auf der Kippe. Es wurde überlegt, ob angesichts der archäologischen Begleitung und der zusätzlichen Naturschutzanforderungen der Neubau überhaupt realisiert werden sollte. Rechnerisch würde man bei den Nebenkostensteigerungen hier mit Reparaturen billiger kommen. „Wir werden das auch bei weiteren Vorhaben beachten“, erklärte Gunter Haase.
Mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes wurden 4,5 Kilometer neue Trinkwasserhauptleitung der verlegt. Damit wird die alte Stahlrohrleitung aus dem Jahr 1965 durch eine langlebige Leitung aus Polyethylen (PE-HD) ersetzt. Die Arbeiten wurden von einer sogenannten ARGE, zu der die Ingenieur-, Tief- und Gleisbau GmbH und TRP Bau GmbH gehören, ausgeführt. Beteiligt waren außerdem das Planungsbüro GIP, Archäologen von PmP sowie zahlreiche weitere Firmen.
Jetzt werden noch Oberflächenarbeiten durchgeführt und die Altleitung in den Bereichen von Straßenquerungen verdämmert. Das bedeutet, dass die leeren DIN 500-Stahlrohre mit Beton verfüllt werden, um später Straßenschäden zu vermeiden. Die Abnahme der Bauleistungen soll am 13. August erfolgen und die Verkehrsfreigabe ist voraussichtlich am 15. August. Allerdings wird es auch weiterhin nicht möglich sein, von der Heerstraße nach Kirchmöser zu fahren, beziehungsweise in Gegenrichtung.
Das ist bedingt durch den zweiten Bauabschnitt, der auf eine Länge von 1,5 Kilometer vom Ortseingang Kirchmöser bis zum Büdnerweg führt. Die Bauarbeiten dafür sollen im September beginnen und ebenfalls etwa ein Jahr andauern. Nach der bereist erfolgten Ausschreibung laufen derzeit die Verhandlungen zur Vergabe des Auftrags, die Anfang August erfolgen soll. Der Baubeginn richtet sich dann nach den Kapazitäten der Baufirma und der Materialverfügbarkeit. Ab Baubeginn wird dann die Straße für den Durchgangsverkehr voll gesperrt sein. Die Zufahrt für die direkt betroffenen Anwohner soll gewährleistet bleiben.