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Als im Reckahner Erbbegräbnis eine Schwarze Messe gefeiert wurde

Historisches
  • Erstellt: 04.08.2025 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Im Juni 1996 machten ABM-Kräfte im am Rand des Reckahner Schlossparkes gelegenen Erbbegräbnis der Familie von Rochow eine schaurige Entdeckung. Offenbar war in der kleinen Kapelle eine Schwarze Messe gefeiert worden. Am 4. Juli 1996 ging daher bei der Polizei eine Anzeige wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung ein. Mit Satansanbetern hatte die hiesige Polizei bis dahin noch nichts zu tun gehabt. Die Kriminalpolizei sicherte sofort alle Spuren.
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Am 27. November 1911 soll das Erbbegräbnis eingeweiht worden sein. Von alten Eichen eingefasst, umgibt den kleinen Friedhof eine übermannshohe Ziegelsteinmauer. Im Inneren wurden 14 Angehörige der Adelsfamilie bis 1948 beigesetzt. Im November 1920 beispielsweise Major Kuno von Hagen. Und 1945 fand hier der Olympiasieger und Gutsherr Harry von Rochow seine letzte Ruhe. Sein Grab befindet sich gleich rechts hinter dem Eingang.

Bereits im April 1978 Jahren wurden die Gräber geplündert. Unbekannte suchten damals unter den schweren Platten Grabbeilagen, Schmuck, Orden oder auch Knöpfe. Das fand aber bei den Verantwortlichen weiter keine Beachtung. Nach und nach verschwanden auch zehn der 14 Grabplatten. Es gab sogar Pläne die Anlage einzuebnen, doch wurde das Vorhaben von der Gemeinde nicht umgesetzt. 1990 wurde das Erbbegräbnis der Gemeinde Reckahn zugeordnet.

Gleich nach der Wende nahmen Nachkommen der einstigen Gutsbesitzer das Erbbegräbnis in Augenschein. Sie sorgten dafür, dass das Erbbegräbnis im Jahre 1993 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Allerdings befand es sich in einem ganz schlechten Zustand. Das Dach der Kapelle war überaus löchrig und über dem Eingang war das Rochow-Wappen heraus gestemmt worden. Doch noch ehe die Sanierung anlaufen konnte, wurden aber erst einmal die Überbleibsel der Zeremonie entdeckt. Anstelle des Altars stand ein Totenschädel und daran schlossen sich auf dem Fliesen-Fußboden, ordentlich angeordnet, verschiedene Menschenknochen wie Oberschenkel, Speichen, Rippen und Beckenknochen an. Die waren zuvor aus den umliegenden Gräbern geholt worden. Ringsherum standen herunter gebrannte Kerzen.

Im Jahre 2000 wurde das Dach der kleinen Kapelle gesichert und die Umfassungsmauer saniert. 2004 stellte die Familie einen weißen Erinnerungsstein auf. Es dauerte danach noch vier Jahre, ehe die Anlage zumindest außen wieder ihr ursprüngliches Aussehen hatte. Heute besitzt die Familie das Recht, ihre Toten dort per Urnenbestattung beizusetzen.

Bilder

In den DDR-Jahren verfiel das Erbbegräbnis und wurde auch mehrfach geplündert. / Foto: Alert
Vor gut 30 Jahren wurde im Reckahner Reckahner Erbbegräbnis eine Schwarze Messe gefeiert. / Foto: Alert
Die Familie von Rochow ließ 1911 die Anlage für sich errichten. / Foto: Archiv Alert
Bis 2008 wurde die unter Denkmalschutz stehende Anlage saniert. / Foto: Alert
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