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Großer Test zur Verkehrsberuhigung: Am Parduin wurde heute das Pflaster abgeschliffen

Aus der Stadt
  • Erstellt: 20.08.2025 / 15:01 Uhr von rb
Großer Andrang herrschte am heutigen Vormittag im Parduin: Dort startete ein Pilotprojekt der Stadt. Auf einer Teststrecke zwischen Schuster- und Bäckerstraße sollte das Großpflaster auf einer Fahrbahnseite abgeschliffen werden. Zahlreiche Bauverantwortliche aus verschiedenen Ämtern – unter anderem aus Rathenow, Friesack, Neustadt an der Dosse und vom Amt Beetzsee – waren gekommen, um sich das Verfahren anzuschauen. Die Firma Fräsdienst-Service E. Feind GmbH aus Lübben war mit einer Spezialmaschine vor Ort, um die Arbeiten durchzuführen.
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In der Stadtverordnetenversammlung war ja beschlossen worden, in diesem Bereich – ähnlich wie in der Mühlentorstraße und in einem Teil der Plauer Straße – einmal geschnittenes Pflaster zu verlegen. Die Idee hinter dem Abschleifen ist, dass eine preiswertere Variante als die Neuverlegung von geschnittenem Pflaster getestet werden sollte. Außerdem soll mit dem Abschleifen eine gewisse Verkehrsberuhigung erreicht werden, da sich der Verkehrslärm deutlich verringern soll. Weiterhin bieten die abgeschliffenen Pflastersteine auch für Radfahrer eine höhere Sicherheit und besseren Fahrkomfort.

Für die Schleifarbeiten wird eine herkömmliche Fräsmaschine genutzt, mit der zum Beispiel Asphalt oder Beton abgefräst wird. Nur ist hier an der Stelle der Fräse eine Welle montiert, die mit 380 Scheiben, ähnlich einem Sägeblatt, bestückt ist. Jede dieser Scheiben hat wiederum 48 kleine Diamantschleifflächen. Mittels Zwischenringen werden die Scheiben auf Abstand gehalten. So entsteht zum Beispiel auch das spätere Rillenprofil auf dem Pflaster. Die feinen Diamantaufsätze raspeln durch den hohen Druck der von oben aufgebrachten Maschine winzige Partikel von den Steinen ab. Das geschieht bei rund 1.600 Umdrehungen der Schleifscheiben pro Minute.

Das Schleifverfahren gibt es schon länger. Herkömmliche Maschinen sind da auf Asphalt und Beton unterwegs, aber eher auf Großflächen, wie Flughäfen, Autobahn oder anderen Großflächen. "Die Maschine haben wir gemeinsam mit dem Fräsenhersteller entwickelt, denn ursprünglich ist sie nur für Asphalt und Beton gedacht. Wir haben sie letztendlich zweckentfremdet. Am Anfang des Jahres ist das Amt Tempelhof Schöneberg auf uns zugekommen und hatte die Bitte, eine Straße für Radfahrer zu ertüchtigen. Da haben wir gesagt, wir probieren es einfach“, erklärte Enrico Feind, der Chef der Firma Feind.

Mit dem Abschleifen des Pflasters werden auch bestehende Unebenheiten ausgeglichen, die wiederum für ein ruhigeres Fahren sorgen sollen. Dabei werden hier zum Beispiel Höhenunterschiede von bis zu 18 Millimetern geebnet. Im Durchschnitt werden die Pflastersteine um etwa 5 Millimeter abgeschliffen. Mit dem Verfahren erübrigt sich eine langwierige Sperrung und der Neubau der Straße mit einmal geschnittenem Pflaster. Zudem wäre diese Variante deutlich kostengünstiger. Bestehende Kanaldeckel werden während des Schleifens herausgenommen und durch einen sogenannten Beton-Dummy ersetzt. Nach dem Schleifen wird dann der Kanaldeckel an das neue Niveau angepasst.

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