Die gute Nachricht: „Die Straße über die neue Planequerung ist freigegeben und seit Mittwochmittag geöffnet“, erklärte Oberbürgermeister Steffen Scheller am heutigen Donnerstagmorgen. Die schlechte Nachricht: Trotz der städtischen Freigabe bleibt die Querung jedoch weiterhin auf unbestimmte Zeit gesperrt, da die Deutsche Bahn den Bahnübergang bislang nicht freigegeben hat. So konnte der Oberbürgermeister heute ohne Bedenken direkt auf der neuen Verbindung stehen – die Gefahr, umgefahren zu werden, bestand nicht.
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Er erklärte, dass die Überfahrt der Plane bei Bedarf von Autos genutzt werden könne, um über den Sandfurthweg in Richtung Schmöllner Weg zu gelangen. „Wir wissen aber über den schlechten Zustand dieses Weges, deswegen ist das sicherlich nicht für den Durchgangsverkehr empfehlenswert“, so Scheller: Der Querschnitt sei zu gering, Ausweichmöglichkeiten bei Begegnungen fehlten, und der Straßenbelag sei in sehr schlechtem Zustand. Für Radfahrer ist die Überquerung bislang nicht genügend abgesichert.
Wie Oberbürgermeister Steffen Scheller vor Ort erläuterte, geht es im Kern um die Frage, ob das erste stadtauswärts gelegene Andreaskreuz ordnungsgemäß wieder aufgestellt wurde. „Das sehen wir so, ich hatte eben auch noch mal mit den Bauarbeitern gesprochen, die sagen, das hat eigentlich alles wunderbar funktioniert.“ Nach seinen Worten sei das Andreaskreuz standsicher und funktionsfähig, es fehle jedoch noch die formale Abnahme durch die Deutsche Bahn.
Scheller erinnerte daran, dass die Bahn seit März in die Planungen zur Wiederherstellung der Querung eingebunden gewesen sei. Vertreter hätten an mehreren Bauberatungen teilgenommen, außerdem sei das Unternehmen frühzeitig darauf hingewiesen worden, dass die Freigabe der Fahrbahn bevorstehe und damit auch der Bahnübergang wieder nutzbar sein müsse.
Die Verzögerung sorgt beim Stadtoberhaupt für spürbaren Frust: „Das nicht nur bei mir, sondern insbesondere bei denen, die weiter die Umleitung fahren müssen, weil der Bahnübergang von der Bahn nicht freigegeben wird. Klar ist, wir haben unsere Aufgaben und unsere Maßnahme beendet und normalerweise wäre das jetzt wieder nutzbar.“
Zur Situation der Fußgänger erklärte er, dass der Übergang schon immer auf der linken, stadtauswärts führenden Seite genutzt worden sei, da dort ein Geh- und Radweg verlaufe. Dass die Bahn diesen Umstand nun problematisiere, könne die Stadt nicht nachvollziehen. In den Planunterlagen sei dies seit jeher dokumentiert. „Wenn das aber das Problem ist, dann haben wir gesagt, dann sperren wir das einstweilen, bis diese Frage geklärt ist. Ich bin aber der Meinung, das Aufkommen an Fußgängern ist hier aber so gering, dass es keine besondere verkehrliche Relevanz hat, aber wie gesagt, die Situation ist aus meiner Sicht immer schon so gewesen. Da hat sich jetzt auch durch die Herstellung hier der sicheren Planequerung nichts geändert.“
Die Entscheidung über die endgültige Freigabe des gesamten Projekts liege nun in den Händen der Bahn. Die Stadt selbst würde sofort öffnen, da die Querung verkehrssicher sei und funktioniere. Wichtig sei nun eine schnelle Entscheidung, um die Belastungen vor Ort zu beenden. Die Arbeiten seien bewusst in die Ferienzeit gelegt worden, um das geringere Verkehrsaufkommen zu nutzen. Dennoch sei es bereits zu einer Verzögerung von rund drei Wochen gekommen.
„Viel länger ist aus meiner Sicht nicht vertretbar. Jetzt muss die Bahn sich auch gefallen lassen, wenn da jetzt Kritiken geäußert werden, ob von mir oder auch von der Öffentlichkeit. Hier muss aus meiner Sicht eigentlich auch was passieren, weil es ist alles fertig, alles nutzbar und der Bahnübergang gehört freigegeben.“
Zugleich verwies er darauf, dass die Bahn an den nötigen technischen Nachweisen arbeite. Aus seiner Sicht handle es sich dabei jedoch nicht um komplexe Verfahren, und er stellte die Frage, warum sich dieser Prozess trotz klarer Terminabsprachen so lange hinziehe.
Eine schnelle Lösung zeichnet sich nicht ab. Zwar waren während des Ortstermins zufällig zwei Mitarbeiter der Bahn anwesend, sie kümmerten sich jedoch nicht um die Freigabe. Scheller betonte erneut, dass die Stadt auf verschiedenen Ebenen im Austausch mit der Bahn stehe. „Wie gesagt, mein Anliegen ist es hier, dass das so schnell wie möglich aufgemacht wird. Nicht wegen mir, aber wegen all derer, die sich jeden Tag durch die Umleitung quälen müssen.“