Um 1903 entstand in Kirchmöser, zu diesem Zeitpunkt hieß das Dorf noch noch Möser, das Sommerrestaurant „Seepavillon“. Dank des 1904 in Sichtweite der Gaststätte erbauten Bahnhofes und der in den Möserschen See hineinragende Steganlage für die Ausflugsschifffahrt, entwickelte sich das Etablissement in der Folgezeit zu einem der beliebtesten Ausflugsgaststätten. Auch per Rad und selbst zu Fuß kamen die Gäste. Parallel entstanden in direkter Nachbarschaft, etwas erhöht, diverse zweigeschossige Villen betuchter Brandenburger.
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Die geradezu ideale Lage zahlte sich schnell aus. Zu dem Pavillon kamen schon bald eine Gartenhalle und auch eine Kegelbahn. 1910 stand in einer Annonce des Reeders Paul Grüttke: „Nur meine Dampfer halten direkt am See-Pavillon“. Ertönte die Schiffssirene, wusste das Personal, dass alles vorbereitet – über Kaffee, Bier und selbstgebackenen Kuchen - werden muss. Bis zu einem Dutzend Lohnkellner sorgten an schönen Sommertagen für zügige Bedienung. In einer Annonce von 1919 war dann schon von einem großen Saal, Sommerwohnungen und einer Kegelbahn die Rede.
Nach dem 2. Weltkrieg übernahm die HO das Restaurant. Notwendige Reparaturen wurden nur notdürftig ausgeführt. In den 1970er und 1980er Jahren fuhr der Dampfer „Sonnenschein“ das Ausflugslokal regelmäßig an. Kurz vor der Wende, ab 1987, wollte der Brandenburger Baubetrieb BMK Ost dem einstigen Seepavillon wieder Leben einhauchen, sollten Gaststätte und Gästezimmer entstehen. Doch dann kam die Wende und die Alteigentümer forderten die Immobilie zurück. 1993 erfolgte die Rückübertragung.
Wenig später stand das Haus bereits zum Verkauf. Erst nach der Jahrtausendwende gab es neue Pläne. Gästezimmer, eine Marina, eine kleine Werft und ein Biergarten sollten direkt am mittlerweile ausgebauten Havelradweg entstehen. Doch es passierte nichts. Im Jahre 2017 kaufte schließlich ein Wusterwitzer Unternehmer das vor gut drei Jahrzehnten als Ferienobjekt geplante Haus. Recht zügig entstanden Wohnungen und auf der Grundstücksspitze ein weiteres Wohnhaus.