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Steinzeitfunde in Gefahr

Landesmuseum
  • Erstellt: 19.10.2025 / 11:01 Uhr von hvf
Das Archäologische Landesmuseum Brandenburg lädt am Mittwoch, 5. November, ab 18.30 Uhr zu einem Abendvortrag in der Reihe „Archäologie Aktuell“ ein. Unter dem Titel „Fragiles Erbe. Der steinzeitliche Fundplatz Friesack im Havelland und die Gefahr der trockenen Sommer“ sprechen Deborah Schulz und Andreas Kotula vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (BLDAM).
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Der Fundplatz Friesack gilt laut dem Landesmuseum als eine der bedeutendsten steinzeitlichen Fundstellen Europas. Neben typischen Steingeräten wurden dort über 800 teilweise verzierte Knochen- und Geweihartefakte, mehr als 130 hölzerne Objekte sowie rund 3000 Fragmente von Schnüren, Seilen und Netzen aus Weidenbast entdeckt. Diese Funde bieten Einblicke in das Leben vor etwa 10.000 Jahren.

Die Erhaltung der organischen Materialien war nur durch die Lagerung im Moor möglich, wo sie im feuchten Boden unter Luftabschluss überdauerten. Solche Feuchtbodenfundstellen gelten als wichtige Archive der Frühgeschichte, sind jedoch zunehmend bedroht. Ursache ist die fortschreitende Trockenheit, die den Grundwasserstand absinken lässt.

Eine Untersuchung des Fundplatzes Friesack im Jahr 2024 zeigte, dass große Teile der Fundschicht bereits zeitweise trockengefallen sind und langfristig gefährdet bleiben. Der Vortrag stellt die wissenschaftliche Bedeutung des Fundes vor und beleuchtet Möglichkeiten zum Schutz dieser einzigartigen Kulturarchive.

Der Eintritt ist frei. Veranstaltungsort ist das Archäologische Landesmuseum Brandenburg, Neustädtische Heidestraße 28.

Bilder

Foto der Ausgrabungen in Friesack und typische steinzeitliche Knochenspitzen, die dort in großer Zahl gefunden wurden (Fotos BLDAM, Collage A. Kotula)
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