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Über 4.000 Euro gesammelt: Brandenburger Familie übergibt Spende für ASB-Wünschewagen

Aus der Stadt
  • Erstellt: 15.11.2025 / 09:01 Uhr von rb
Rund um Halloween wird es bei der Familie Weichsel in der Weberstraße 1 in Brandenburg an der Havel immer besonders gruselig und es zieht, wie jedes Jahr, hunderte Fans auf das Grundstück. Mit Freunden und Nachbarn haben dann Kerstin und Frank Weichsel ihr Anwesen zu Halloween besonders gruselig gestaltet und laden ein, sie zu besuchen. Aber nicht nur das. Seit nunmehr 5 Jahren sammeln sie Spenden, die sie dann an gemeinnützige Projekte weitergeben. In diesem Jahr geht die Spende an den Wünschewagen des ASB. Insgesamt 4.050,18 Euro kamen zusammen, die jetzt übergeben wurden.
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Am Freitag war es nun soweit und das von den Besuchern gesammelte Geld wurde symbolisch an das Brandenburger Wünschewagenteam übergeben. In Vertretung für die rund 60 ehrenamtlichen Helfer und Betreuer des Wünschewagens waren Tatjana Jury, vom RBB und Botschafterin des Wünschewagens, Steffi Büttner, eine der ehrenamtlichen Begleiter des Wünschewagens, und Karina Knoppe, die Geschäftsführerin des ASB Brandenburg an der Havel, gekommen, um die Spende zu übernehmen.

„Ich finde es so mega großartig, dass das Ehepaar Weichsel diese Aktion gemacht hat, weil das hier einen speziellen Charakter hat. Sich mit dem Tod zu beschäftigen ist ja schwierig und ich finde, das ist hier eine schöne Überbrückung. Also es ist gut gelungen“, so Tatjana Jury, die ihre Überraschung über die Spendensumme kaum verbergen kann. Sie berichtete weiter, dass der Wünschewagen, den es im nächsten Jahr 10 Jahre im Land Brandenburg gibt, inzwischen über 210.000 Kilometer auf dem Tacho hat und mit den Jahren viel zu oft in die Werkstatt muss, anstatt, seine Aufgabe, einen letzten Wunsch zu erfüllen, nachgehen kann.

Im September 2016 ging es zum Brandenburgtag in Hoppegarten los mit dem Wünschewagen, der inzwischen 349 Wünsche erfüllen konnte. Allein in diesem Jahr war er 31 mal auf Tour. „Leider müssen wir auch sagen, das oft Wünsche gar nicht mehr erfüllt werden können, da der Tod der leidenden Menschen schneller kam. Das war in diesem Jahr bereits 33 mal der Fall“, informierte sie weiter. Umso wichtiger wäre es, das der Wünschewagen durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden kann.

„Besser wäre noch, wir hätten einen zweiten Wünschewagen, damit wir die Anfragen erfüllen können. Wir sind ein großes Flächenland und unser Wagen steht in Teltow. Von dort holt er die Menschen aus den entlegensten Ecken ab“, berichtet Jury. Das und das Alter des Fahrzeuges sind aber auch das Problem, denn der Wünschewagen wird ausschließlich durch Spenden und ohne jegliche Fördermittel oder anderweitige finanzielle Unterstützung finanziert.

Auch für die ehrenamtlichen Betreuer und Begleiter, wie Steffi Büttner, bedeutet eine Fart mit dem Wünschewagen oft einen großen Aufwand. Sie stammen aus dem ganzen Land Brandenburg und fahren auf eigene Kosten zum Standort des Wünschewagens, bereiten alles vor und los geht es zum Wünsche erfüllen. Das oft über mehrere Tage aufgrund des Aufwandes. Zu den häufigsten Wünschen gehört übrigens eine Fahrt ans Meer. In diesem Jahr gehörten auch der Wunsch zum Musical „Liebe ist alles“ nach Berlin zu fahren, einmal im Flieger Potsdam von oben zu sehen und für einen Menschen der Besuch in seinem ehemaligen Internat im Harz.

Das Projekt Wünschewagen stammt aus den Niederlanden. Ein sterbenskranker Mann musste ins Hospiz, aber er konnte dort noch nicht aufgenommen werden und musste im Wagen warten. Da fragte ihn der Fahrer des Wagens, was machen wir jetzt? Wie überbrücken wir die schöne Zeit? Daraufhin hat der schwerkranke Mann gesagt, du kannst mir eine große Freude machen. Ich war Matrose und möchte noch einmal ans Meer. Das war in Rotterdam. „So ging's los mit der Idee. Und dann hat sich das vervielfältigt, weil alle Leute gesagt haben das war großartig“, erzählt die RBB-Moderatorin.

Informationen rund um den Brandenburger Wünschewagen und Ansprechpartner sind hier zu finden: [Klick]

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