In den immer noch gesperrten Bahnübergang Planebrücke ist gegen 3 Uhr ein PKW mit Brandenburger Kennzeichen gefahren - mit dramatischen Folgen! Ein laut Feuerwehrangaben rund 500 Meter langer Güterzug - der aufgrund einer anderen Bahnbaustelle diese Strecke nutzte - krachte in das Fahrzeug. Erst nach mehreren Hundert Metern kam der Zug zum Stillstand. Für die Fahrerin (71) des Autos war es da zu spät - sie starb beim Unfall. Ihr völlig zerstörtes Fahrzeug klemmte unter der Lok.
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Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr Brandenburg und der Freiwilligen Feuerwehr Göttin wurden zum Einsatzort gerufen. Ebenso Kräfte der lokalen Polizei, der Landes- und der Bundespolizei. Die beiden Lokführer brachten Rettungsdienstler ins Krankenhaus, dort werden sie von Notfallseelsorgern betreut.
Der Bahnübergang ist eigentlich abgesperrt - die Gitter sind verschraubt, die Absperrungen nicht zu übersehen. Dennoch sind seit Monaten immer wieder eifrige Schrauber dabei, die Sperren zumindest teilweise zu öffnen. Durch diese Öffnungen fahren dann regelmäßig Radfahrer und teilweise auch Autos. Gleichwohl: Die Bahnsignale funktionieren alle, die Schranken schließen. Warum die Frau dennoch in den gesperrten Bereich fuhr, das untersucht nun die Polizei.
Der Bahnübergang Planebrücke sorgt mit dem heutigen Kapitel damit erneut für Schlagzeilen. Erst sorgte der monatelange Dauerstreit zwischen Stadt und Bahn für Frust bei Anwohnern und Autofahrern, dann stand zuletzt für den 16.12. ein Besuch des Bahnprüfers sowie für den 17.12. eine Verkehrsfreigabe an. Nun muss sich zeigen, ob der heutige Unfall ggf. für weitere Verzögerungen sorgt.
Zur Stunde ist die Bahnstrecke gesperrt, Pendler müssen ggf. Verspätungen im morgendlichen Berufsverkehr einplanen.
Update 10.21 Uhr: Es kommt laut ODEG immer noch zu Zugausfällen auf der Strecke.
Update 12.49 Uhr: Die Polizei hat weitere Details zum Unfall veröffentlicht. Ein Sprecher erläutert: "Nach ersten Erkenntnissen war eine 71-jährge Frau zuvor auf der Ziesarer Landstraße in Richtung der Brandenburger Innenstadt unterwegs. Als sie dann an der Baustelle der gesperrten Planebrücke auf die Absperrung traf, querte sie zwei geöffnete Zaunfelder, welche sie über einen Grünstreifen erreichte, um dann in den abgesperrten Baustellenbereich einzufahren. Dabei missachtete die Frau auch ein Verkehrszeichen, welches die Durchfahrt verbietet.
In weiterer Folge umfuhr sie schließlich die Halbschranken des in Funktion befindlichen Bahnüberganges, wobei es dann zur Kollision mit einem durchfahrenden Güterzug kam. Der Triebwagen prallte dabei ins Heck des Fahrzeuges und schob diesen noch einige hundert Meter auf der Gleisanlage vor sich her.
Rettungskräfte kümmerten sich umgehend um die im Fahrzeug eingeklemmte Fahrerin, konnten jedoch nichts mehr für sie tun. Die Frau verstarb noch an der Unfallstelle. Der Triebwagenführer (36) und ein Mitfahrer im Triebwagen (34) erlitten einen Schock. Sie wurden vor Ort von Rettungskräften behandelt und wenig später in ein Krankenhaus gebracht."
Die Umstände des Zusammenstoßes sind aktuell noch vollkommen unklar. Polizei geht derzeit von einem Unfall aus. Der Sachschaden wird von der Polizei auf über 100.000 Euro geschätzt.