Im März 1994 traf Winfried Overbeck in Brandenburg ein. Sein Arbeitsplatz war der Dom. Im Dechantenhaus fungierte er mehr als ein Jahrzehnt als Dozent für Religionspädagogik und schob von dort als Chef der Elternalternative nicht nur die Gründung der evangelischen Grundschule an, sondern auch die des Domgymnasiums. Im Jahre 2006 wurde er schließlich Gründungsrektor des evangelischen Gymnasiums, das er immerhin 16 Jahre führte. Am 2. Juni 2022 verabschiedeten ihn schließlich Bischof Wolfgang Huber und 400 Gäste im Rahmen eines Festgottesdienstes in den verdienten Ruhestand. Seitdem ist er überwiegend in Nordheim im Elsass zu finden.
Anzeige
Pendelte seine Frau Karen Strupp seit 1992 zwischen Straßburg und Brandenburg, muss sie das nun nicht mehr. Bereits seit 2019 wohnen beide gut 20 Kilometer entfernt von Straßburg, wo Karen Strupp als Arte-Redakteurin tätig ist, in dem französischen Dorf, das gerade einmal 1000 Einwohner zählt. „Er ist einer von uns“, sagen die Bewohner dort inzwischen über Winfried Overbeck. Der ist zwar ein Sprachgenie und kann sich in mehreren Sprachen gut verständigen, ist aber eben auch Lehrer für Französisch und Religion. So fungiert er oft als Dolmetscher. Mittlerweile hat Overbeck dort einen Kirchenchor gegründet, spielt regelmäßig Akkordeon und hilft in der Kirche auf der Orgel aus, wenn der Organist verhindert ist.
Einige Tage im Monat ist der gebürtige Bielefelder immer noch in der Havelstadt zu finden. „Wir haben noch eine Wohnung in der Altstadt“, verrät der 67-Jährige. Da dies zugleich der Hauptwohnsitz sei, könne er auch noch hier wählen gehen. Er ist weiterhin Mitglied im Schulverein, im Dom-Förderverein und er gehört der evangelischen Domgemeinde an. Und er ist Mitglied der Ethik-Kommission der Technischen Hochschule.
Ein Muss bei seinen Brandenburg-Aufenthalten ist immer der Besuch seines Weinberges. Im Jahre 2014 pflanzte er mit Schülern auf dem Gelände des Gymnasiums 150 Rebstöcke. Inzwischen sind es noch mehr. Und so kann man ihn immer wieder beobachten, wie er die Rebstöcke beschneidet oder die Trauben erntet. Und wenn Bedarf ist, führt er die Schüler in einer Vertretungsstunde auch schon einmal in die Geheimnisse des Weinanbaus und der Verarbeitung der Trauben ein.