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Luckenberger Brücke verband ab 1891 die Wilhelmsdorfer und die Neuendorfer Vorstadt

Historisches
  • Erstellt: 16.12.2025 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Da schaute die Landeshauptstadt in die Röhre. Der Landesbaupreis 2002 wurde der Luckenberger Brücke in Brandenburg und damit auch dem Architekten Henry Ripke verliehen. Die filigrane und exakt 56,60 Meter lange und 12,5 Meter breite Stahl-Beton-Konstruktion, die 5,3 Millionen Euro gekostet hatte, war am 12. Oktober 2001 seiner Bestimmung übergeben worden. Das Preisgeld in Höhe von 1500 Euro floss übrigens in eine Tafel, die bis heute an den Preis erinnert.
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Einen Havelübergang an dieser Stelle existiert erst seit 1890/91 und verband die Wilhelmsdorfer mit der Neuendorfer Vorstadt. Bis dahin war die Bauhofstraße eine Sackgasse. Da an den Silokanal zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken war, entstand eine weitgehend hölzerne Klappbrücke, die anfangs noch Neue Brücke hieß. Die Brücke wurde im Jahre 1923, nachdem sie bereits längere Zeit für schwere Lasten gesperrt war, nach Plänen des hiesigen Stadtbaudirektors Moritz Wolf ersetzt. Nun allerdings ohne Klappmechanismus, da die Schiffe seit November 1910 nicht mehr mitten durch die Stadt fuhren, sondern den Kanal nutzten. Das von der weltweit renommierten Firma Dyckerhoff & Wiedmann errichtete Bauwerk ruhte auf vier mächtigen Pfeilern. Die Stadt sparte damals viel Geld, da sie zahlreiche Erwerbslose beim Bau beschäftigte, die vom Staat finanziert wurden.

In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurde, wie auch 26 andere, die Luckenberger Brücke zerstört. Bereits ab Mai 1945 erbauten sowjetische Pioniere im Bereich des Hallenbades eine Notbrücke. Am 2. Juli wurde das hölzerne Bauwerk der Stadt zur Nutzung übergeben. Die Straße führte nun über das ehemalige Zuchthausgelände. Parallel wurde an der Wiederherstellung der gesprengten Brücke gearbeitet, die schließlich am 9. Dezember 1945 fertiggestellt war. Es war der erste Neubau nach dem Krieg in der sowjetischen Besatzungszone.

Nach 65 Jahren war dann jedoch das Aus wegen Baufälligkeit für sie gekommen. Bereits ab 1994 durften nur noch Fahrzeuge bis 15 Tonnen Traglast die Brücke passieren. Im August/September 2000 erfolgte schließlich der Abbruch, nachdem im Juni/Juli eine hölzerne Behelfsbrücke für Fußgänger errichtet worden war. Am 15. Dezember erfolgte die Grundsteinlegung und Mitte Oktober 2001 war das schlanke Bauwerk fertiggestellt. Um die Brücke so filigran gießen zu können, wurde der Hochleistungsbeton B85 verwendet.

Bilder

Die erste Brücke war noch aus Holz und verfügte über einen Klappmechanismus. Foto: Archiv Alert
Im Jahre 1923 folgte eine massive Brücke, die 1945 gesprengt wurde. Foto: Archiv Alert
Die 2001 fertiggestellte Brücke erhielt den Landesbaupreis. Foto: Alert
Havelschlößchen und Brücke im Jahre 1991. Foto: Alert
Eine Tafel erinnert an die Verleihung des Preises. Foto: Alert
Während der Bauphase gab es für die Fußgänger eine Behelfsbrücke. Foto: Alert
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