Das wohl älteste Kita-Gebäude der Stadt Brandenburg steht seit einigen Wochen leer. Seit dem Jahre 1892 wurde der Backsteinbau in der Damaschkestraße 28 ununterbrochen für die Kinderbetreuung genutzt. Doch aufgrund des Kitabedarfsplanes der Stadt musste das Diakonische Werk die Einrichtung „Kleine Fische“ mit 28 Plätzen für Kinder von zwei bis sechs Jahren Ende August 2025 schließen. „Zum Jahresende läuft der Vertrag mit der Lafim-Diakonie als Eigentümer der Immobilie aus“, so Joachim Damus vom Diakonischen Werk. Insgesamt mussten drei Kitas schließen.
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Ein 1849 gegründeter „Verein für Kleinkinderbewahranstalten“ ließ im Jahre 1892 das zweigeschossige Gebäude errichten. Auf der Giebelüberdachung ist heute noch eine Christusdarstellung zu erkennen und der Spruch „Lasst die Kindlein zu mir kommen“ deutet auf die Nutzung hin. Zu dieser Zeit war es noch üblich, dass Frauenvereine oder die Kirche derartige Häuser betrieb. So sollten Kinder berufstätiger Arbeiterfrauen aus ärmeren Schichten Betreuung und erste Bildung erhalten. Diese Einrichtungen waren die Vorläufer für die späteren staatlichen Kindergärten.
Nach Ende des 2. Weltkrieges im Jahre 1945 betrieb die St. Gotthardt-Gemeinde den Kindergarten. In einem der beiden großen Säle stand eine kleine Orgel. „Die kam sonntags zum Frühgottesdienst, der hier regelmäßig stattfand, zum Einsatz“, erinnert sich die 91-jährige Organistin von St. Gotthardt Bettina Damus. Nach der Übernahme der Kindertagesstätte durch den evangelischen Kirchenkreis, gab dieser die Einrichtung im Jahre 2005 an das Diakonische Werk, das nun nach 20 Jahren die Segel streichen muss. Eine neue Nutzung steht noch nicht fest.