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Die Beimler-Diskothek hatte einst Kultstatus

Historisches
  • Erstellt: 28.12.2025 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Vor 45 Jahren wurde im 1974/75 errichteten Speisesaal in der Brielower Straße – der von der Heinrich-Rau- und der Hans-Beimler-Schule nicht nur zum Essen, sondern auch für Veranstaltungen genutzt wurde, - die erste außerschulische Disko genehmigt. Das war die Geburtsstunde des „Beimlers“. Die Diskothek im Plattenbau mit V-T-Falten als Dachkonstruktion erlangte schnell Kultstatus.
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Erst nur sonnabends und später dann auch Donnerstag, Freitag und Sonntag war der Flachbau regelmäßig überfüllt. Beim Kartenvorverkauf – 250 Karten waren das Limit - bildeten sich regelmäßig lange Schlangen. Betrieben wurde die Disko vom Jugendclub Orpheus des Stahl- und Walzwerkes.

Michael Wegner wagte nach der Wende einen Neuanfang. Neben dem neuen Outfit gab es auch einen neuen Namen: „Dschungel“. Doch der große Ansturm blieb aus, auch, weil es in der Stadt auch noch den „Musik-Zirkus“ gab. 1996/97 stand der Flachbau dann leer, machte nun auch die Schulküche aus. Ideen wie Billard-Cafe, Nobelcafe oder Disko waren zwar da, doch konnte Michaerl Wegner sie nicht umsetzen. Aufgrund des Mietrückstandes sprach die Stadt schließlich die fristlose Kündigung aus. Als das nicht fruchtete, folgte eine Räumungsklage.

Im Jahre 1998 schrieb die Stadtverwaltung die Immobilie zum Kauf aus. Ein Gutachten hatte 380.000 DM als Wert ermittelt. Den Zuschlag erhielt am Ende die Logo Kultur GmbH mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Thomas Engel. Im Mai 2000 wurde der Kaufvertrag – ein weiteres Gutachten hatte aufgrund des maroden Zustandes der Immobilie eine geringere Summe ergeben – notariell beglaubigt.

Eine Million DM wollte das Unternehmen investieren. Geplant waren eine Gaststätte mit Biergarten, ein Café und auch wieder eine Disko, die auch wieder „Beimler“ heißen sollte. Doch nichts davon wurde umgesetzt. Letztlich wurde der Kaufvertrag rückabgewickelt. Die Stadt schrieb die inzwischen durch Vandalismus und Witterungseinflüsse im Wert stark gesunkene Immobilie erneut aus und den Zuschlag erhielten schließlich 2003 die Bertz-Brüder.

Während im rechten Teil Henry Bertz eine Druckerei einrichtete, entstand im linken Teil in der Regie von Ronald ein Radsport-Geschäft. Beide Firmen verfügten jeweils über 415 Quadratmeter. Inklusive Fördermittel investierten die beiden Geschäftsleute bis Mitte 2004 gut 600.000 Euro in den Flachbau. Inzwischen betreibt Susanne Zuckschwerdt die Druckerei und über Bert Grabsch kam der Fahrradladen mittlerweile an Steffen Teichmann.

Bilder

Der Zustand der Schülerspeisung im Jahre 1994. Foto: Privat
Im Jahre 2017 betrieben beide Bertz-Brüder noch ihre Geschäfte in dem Flachbau. Foto: Alert
So sah das Gelände in den 1960er Jahren aus. Foto: Privat
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