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Vor 125 Jahren verschwanden die Scheunen, um den Nicolaiplatz schaffen zu können / Update

Historisches
  • Erstellt: 29.12.2025 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Vor 125 Jahren wurde der Nicolaiplatz erstmals gärtnerisch gestaltet. Die Fläche zwischen dem Plauer Torturm und der Nikolaikirche hieß um die Jahrhundertwende einfach nur „Vor dem Plauer Thor“ und war mit einer Doppelreihe Scheunen bebaut. Sie verschwanden im Jahre 1899 und erst dann war eine Gestaltung des unbefestigten Platzes, der von den Altstädtern auch gern als Schuttabladeplatz genutzt wurde, überhaupt erst möglich. Zu diesem Zeitpunkt war der Pferdestall der Straßenbahn-Gesellschaft das einzige Gebäude auf dem Platz. Der Landschaftsgärtner Hermann Müller schuf schließlich die Pläne, die 1901/02 zügig umgesetzt wurden.
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Dazu wurde die durch das Zuchthaus begrenzte Fläche aufgeschüttet und dadurch deutlich erhöht. Auf den Platz wurden ältere Bäume versetzt und es entstand ein Spielplatz. Dazu heißt es, dass dadurch kleine Kinder von der vornehmeren Humboldt-Anlage ferngehalten werden sollten. Im Jahre 1904 wurde dann auch noch eine Bedürfnisanstalt – ein Toilettenhaus – errichtet.

Am Ende des Platzes stand bereits seit 1897 mit der Altstädtischen Bürgerschule ein Klinkerbau und zum Marienberg hin erhoben sich schon bald stattliche Wohnhäuser. Die Plauer Straße führte in gerader Linie zur Magdeburger Straße und auch zur Neuendorfer Straße. Der Fahrdamm von der Magdeburger zur Neuendorfer Straße entstand erst im Jahre 1914.

Im Jahre 1912 musste sich die Stadtverwaltung erneut mit dem Nicolaiplatz beschäftigen. Grund war ein Geschenk des hiesigen Spielzeugfabrikanten Ernst Paul Lehmann. Der gab bei dem Plauer Künstler Leo Koch ein Bronze-Denkmal in Auftrag, das Friedrich den Großen darstellte. Vor der Schule wurde zugleich ein neuer Spielplatz errichtet und es wurden bis zum Herbst 2014 zahlreiche Lampen aufgestellt. Das Denkmal wurde schließlich am 18. Oktober 1915 enthüllt.

Im Jahre 1945 verschwand es. Genauso wie die gärtnerische Anlage. Stattdessen wurde der Platz – der nun nach dem russischen Dichter Alexander Sergejewitsch Puschkin hieß - gepflastert. In den DDR-Jahren entstanden die Fischbratküche und – dort, wo einst Friedrich der Große stand - das Klinkergebäude, das den Fahrkartenverkauf und öffentliche Toiletten enthielt.

Von Juni 2012 bis Dezember 2013 flossen gut acht Millionen Euro in die Neugestaltung des Platzes. Es entstand nicht nur eine riesige Steinfläche, sondern es wurde zugleich das 1928 geschaffene Gleisdreieck komplett umgestaltet. Weichen mussten Fischbratküche und Klinkerbau. Stattdesssen entstanden zwei Ersatzbauten. Bereits 2011 war der Kiosk von Karl-Heinz Kirschner abgerissen worden.

Bilder

Ab 1901 entwickelte sich der Nicolaiplatz zu einer Grünanlage. / Foto: Archiv Alert
Das Klinkergebäude entstand in den DDR-Jahren und wurde vor über zehn Jahren abgerissen. / Foto: Alert
Wegen der Neugestaltung musste auch die Fischbratküche weichen. / Foto: Alert
So sah der Nicolaiplatz kurz nach der Wende aus. / Foto: Alert
Das Denkmal Friedrichs des Großen stand von 1915 bis 1945 auf dem Nicolaiplatz. / Foto: Archiv Alert
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