Als die Stadt Brandenburg im Jahre 1924 die Badeanstalt am Grillendamm errichten ließ, beauftragte sie zugleich den hiesigen Künstler Carl Lühnsdorf (1879-1955) einen Anglerbrunnen als künstlerischen Schmuck für die Anlage zu schaffen. Lühnsdorf, der den Barbier noch selbst gekannt haben soll, hob den Angler Fritze Bollmann als berühmtesten Petrijünger der Stadt schließlich auf den Sockel seines Brunnens. 50 Jahre thronte das Brandenburger Original dort und schaute auf die Badegäste herab.
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Im Jahre 1974 wurde der Brunnen nach der Schließung des Freibades gleich zweimal demoliert, lag zuletzt der Kopf des Barbiers in der Brunnenschale. Die Stadt beauftragte daraufhin den Potsdamer Künstler Horst Misch (1931-2025) mit der Restaurierung. Zugleich kündigte die damalige Kultur-Stadträtin Gisela Rankewitz an, dass der Bollmann-Brunnen einen neuen Standort erhalten wird.
Der im November vorigen Jahres verstorbene Misch stellte 1975/76 die Bollmann-Figur wieder her und der Rathenower Steinmetzmeister Volker Roth zeichnete für den Brunnen und die mit den Strophen des Bollmann-Liedes versehenen Platten auf der Einfassung verantwortlich. Die Entwürfe für die Neugestaltung stammten von Gerhard Hermann. Erst am 20. April 1981 wurde er dann in der Hauptstraße wieder eingeweiht.
Nach der Wende gab es Bestrebungen den Bollmannbrunnen auf den neu gestalteten Katharinenkirchplatz zu versetzen. Ursprünglich war dort sowieso ein Wasserspiel geplant, waren sogar entsprechende Leitungen verlegt worden. 1996 kam das Problem im Zuge der Planungen zur Umgestaltung der Hauptstraße erneut zur Sprache. Tenor der Planer: Der Brunnen muss weg. Favorisiert wurde die Umsetzung vor das Altstädtische Rathaus. Aber es gab auch den Plan ihn zwischen Ordonnanz- und Syndikatshaus aufzustellen.
Letztlich stellte die SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung einen Dringlichkeitsantrag, um in letzter Minute den Abbau des Brunnens zu verhindern. Der erhielt die notwendige Mehrheit. So behauptete Fritze Bollmann letztlich seinen Platz. Um ihn jedoch besser in sein Umfeld einzupassen, verschwand die Einfassung, erhielt der Brunnen ein ebenerdiges Becken. 2012 verschwand der Brunnen dann doch. Aber nur kurz, um die maroden Rohre im Boden reparieren zu können.