Logo

Oberbürgermeister Max Herm weihte 1964 persönlich das Plauer Lichtspieltheater ein

Historisches
  • Erstellt: 07.01.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Im Plauer Kino werden schon lange keine Filme mehr gezeigt. Die Hoffnung, dass Schlossbesitzer Christian Kolbe nach dem Erwerb 2007 im Rahmen einer Versteigerung ganz groß in die Immobilie investiert, hat sich nicht erfüllt. Zumindest der vordere Teil beherbergt seit fast 20 Jahren „Alis Tanz- und Turnschuppen“. Mittlerweile hat Kolbe das Gebäude an zwei in Plaue lebende Vietnamesen weiterveräußert. Was sie jedoch planen, ist bisher noch nicht bekannt.
Anzeige

Das damals hochmoderne Lichtspieltheater Ecke Koenigsmarck-/Genthiner Straße wurde am 30. April 1964 eingeweiht. Oberbürgermeister Max Herm war persönlich bei der Eröffnung anwesend. Die Stadt investierte immerhin 520.000 Mark. Der sogar mit einem Keller versehene Bau ersetzte das Kino, das es bereits seit 1919 im Saal der Gaststätte „Zum Anker“ gab. Das wurde 1934 modernisiert und 1950 nochmals für 22.300 Mark saniert. Doch brannte es am 31. Dezember 1960, nach einer anderen Quelle 1962, wohl nach einer Brandstiftung ab.

Das neue Kino mit dem Kürzel „PLS“ für Plauer Lichtspiele lief in den DDR-Jahren gut. Doch mit der Wende brachen die Besucherzahlen massiv ein. Bereits 1990 wurde der Kinobetrieb eingestellt. Petra Zautke betrieb im vorderen Teil noch mehrere Jahre eine Boutique. Auch ein Spielkasino hatte hier seinen Sitz. Doch am 23. Juli 1998 stürzte völlig überraschend die Decke des großen Saales ein.

Im Jahre 2008 unterschrieb Adelheid Fricke einen Mietvertrag. Sie gestaltete den vorderen Teil – Foyer und Verwaltungsbereich – um und nutzt diesen für ihre Kurse. Pläne, auch den Saal auf Vordermann zu bringen, wurden nie umgesetzt. Zumindest die Bogenschützen nutzten zeitweise noch den Saal ohne Dach als Trainingsstätte. Übrigens gibt es, wenn auch in einem schlechten Zustand, die Werbung „PLS“ noch. Die übergab Christian Kolbe an den Unabhängigen Bürgerverein.

Bilder

So sah das Lichtspieltheater kurz vor der Umnutzung als Tanzschuppen aus. Foto: Alert
Durch den Tanz- und Turnschuppen wurde das Gebäude zumindest äußerlich wieder sehr ansehnlich. Foto: Alert
Dieser Artikel wurde bereits 5.577 mal aufgerufen.

Werbung