Von den frühen Brandenburger Bischöfen ist Wigger wohl der bekannteste. Er stand dem hiesigen Bistum von 1138 bis 1161 vor. Der aus einem nordthüringischen Adelsgeschlecht stammende Wigger gilt als Begründer des Domkapitels. Jedoch hatte er seinen Amtssitz nie auf der heutigen Dominsel, da dort noch der Hevellerfürst Pribislaw herrschte.
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Mit Amtsantritt 1138 übertrug er den Prämonstratensern in Leizkau das Recht den Bischof zu wählen. Wohl im Jahre 1147 – einige Quellen sprechen auch von 1140, zogen neun Mönche nach Brandenburg und ließen sich auf dem Parduin nieder. Eine von vier Tafeln des Kriegerdenkmals auf dem Marienberg stellte übrigens diesen Einzug der Prämonstratenser dar.
Das Geburtsjahr von Wigger ist nicht überliefert. Er gehört zur ersten Generation des 1120 von Norbert von Xanten gegründeten Prämonstratenserordens und ist 1122 im Kloster Cappenberg nachweisbar. Als Norbert von Xanten 1126 Erzbischof von Magdeburg wurde, begleitete Wigger ihn nach Goslar und wurde schließlich Propst des Klosters Unserer Lieben Frauen in Magdeburg. 1138 wurde er vom Erzbischof Konrad von Querfurt zum Bischof von Brandenburg geweiht.
Wigger war ein kriegerischer Bischof. Das musste er auch sein, da große Teile seines Bistums seit dem großen Slawenaufstand von 983 fest in slawischer Hand waren. Deshalb wählte er Leitzkau, heute ein Ortsteil von Gommern, als seinen vorläufigen Amtssitz. Er ließ die dortige Marienkirche erweitern und gründete ein Prämonstratenserstift, das das Recht der Bischofswahl hatte. Vogt dieses als auch des Magdeburger Klosters war übrigens Albrecht der Bär, einer der wichtigsten Verbündeten des Bischofs.
Bischof Wigger war ein einflußreicher Fürst, der häufig im Gefolge des Kaisers zu finden war. Als er 1139 mit dem Erzbischof Konrad von Magdeburg um Zehntrechte stritt, entschied der Kaiser zu seinen Gunsten. Im Jahre 1147 beteiligte sich Wigger zwar am Wendenkreuzzug, wusste diesen aber aus seinem Bistum herauszuhalten. Wohl aus Dankbarkeit bewilligte Pribislaw ihm die Ansiedlung der Prämonstratenser in seinem Herrschaftsgebiet. Dort begannen sie mit dem Bau eines Klosters. 1150 starb Pribislaw, brachen danach Kämpfe aus, in denen sich die Deutschen durchsetzen konnten. Am 11. Juni 1157 begründete Albrecht der Bär schließlich die Mark Brandenburg.
Bischof Wigger starb wohl 1161. Der Chronist Heinrich von Antwerpen schrieb über ihn, dass er 21 Jahre, 4 Monate und 17 Tage Bischof war. Sein Nachfolger, Bischof Wilmar, erhob 1161 das Sift in Parduin zum Domkapitel und verlegte dieses schließlich 1165 auf die heutige Dominsel. Zugleich wurde mit dem Bau von Kloster und Kirche begonnen. Wo Wigger begraben wurde, ist unklar. Den Dom gab es noch nicht. Vermutet wird, dass er in der St. Petrikapelle beigesetzt wurde.