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Ein ganz besonderes Schmuckstück am Ufer des Domkessels

Historisches
  • Erstellt: 23.01.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
An der Ritterakademie wurden einst Fremdsprachen, Naturwissenschaften sowie Rechts- und Staatskunde unterrichtet. Großen Wert wurde aber auch auf körperliche Ertüchtigung gelegt. 1908/09 entstanden zu diesem Zweck das Bootshaus und die Turnhalle. Aufgrund seiner Lage und seiner Architektur ist das Bootshaus ein ganz besonderes Schmuckstück. Hier lagen acht Boote für das Schulrudern. Paddeln war kein Thema. Dies war damals der Arbeiterklasse vorbehalten.
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Rudern wird auch heute noch an den großen Universitäten betrieben. Bereits seit 1829 findet auf der Themse das berühmte Boat Race zwischen Oxford und Cambridge statt. In diese Fußstapfen trat auch die Ritterakademie. Zumal Schule und Internat nur einen Steinwurf vom Domkessel entfernt lagen. So wurde im Jahre 1908 an exponierter Lage das Bootshaus errichtet. Es entstand ein Fachwerkbau auf einem gemauerten Sockel und auf das Dach kamen Biberschwänze.

Zum Wasser hin gab es einen Balkon, der über eine seitliche Treppe zu erreichen war. Im Giebeldreieck stand auf Latein der Seefahrerspruch „Navigare necesse est, vivere non est necesse“. Das heißt so viel wie „Seefahren tut not, Leben tut nicht not“. Der asphaltierte und zum Wasser leicht abfallende Boden des Fachwerkbaues erhielt ein Schienengleis, sodass die Boote mithilfe eines kleinen Wagens von den Schülern leicht zu Wasser gelassen werden konnten.

Nach der Wende diente das Haus als Lagerschuppen. Es gab zwischenzeitlich die Idee, in dem denkmalgeschützten Gebäude eine Gastronomie unterzubringen. Drei Jahre nutzte Birgit Fischer das Haus zum Unterstellen von Kanus. „Im Rahmen eines Projektes bot ich damals Kindern der Evangelischen Grundschule Training im Paddeln an“, erinnert sich die achtfache Olympiasiegerin.

Im Jahre 2016 informierte der Dom-Förderverein, das marode Bootshaus, dem inzwischen der Balkon fehlte und von der Inschrift nur noch zwei Buchstaben zu erkennen waren, sanieren zu wollen. Dazu wurden verschiedene Fördertöpfe angepeilt. Letztlich kostete die Sanierung von Dach, Fassade, Balkon und Fußboden 315.000 Euro. Ein Drittel des Geldes kam von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, ein Drittel brachte die Stadt und ein Drittel steuerte der Dom-Förderverein bei. Am 3. August 2019 erfolgte die feierliche Wiedereinweihung. Marion Hanisch von der Firma „Rollyboot“ verlieh dort Paddelboote und SUP`s. Nach zweijährigem Leerstand richtete Jasmin Lindner dort ihre SUP-Schule ein. Mit an Bord holte sie Olaf Mauch von der Firma „Das Havel-Kanu“, sodass dort nun wieder im Sommer Boote ausgeliehen werden können.

Bilder

Heute erstrahlt der über 100 Jahre alte Fachwerkbau in Alter Schönheit. Foto: Alert
So sah das Bootshaus der Ritterakademie nach der Wende aus. Foto: Alert
Im Jahre 1908 wurde das Bootshaus für die Zöglinge der Ritterakademie fertiggestellt. Foto: Archiv Alert
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