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Ein prächtiger Renaissancebau für die Söhne des Vaterlandes

Historisches
  • Erstellt: 18.01.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
„Den Söhnen des Vaterlandes, die sich den Wissenschaften und den Künsten weihen“, so die Inschrift unter dem Stadt-Wappen, das vor dem Mansarddach gut zu erkennen ist. 1796/97 baute die Stadt am Katharinenkirchplatz 5 ein neues Gymnasium. Allerdings nicht ganz freiwillig. Sie erfüllte damit eine Forderung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. Über zehn Jahre lag da das Grundstück nach dem Abriss des im Jahre 1574 errichteten schlossartigen Vorgängerbaues schon brach. Bereits 1386 ist übrigens an gleicher Stelle die Katharinenschule der Neustadt nachgewiesen.
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Beim Neubau auf den alten Grundmauern inklusive Keller ließ sich die Stadt ganz offensichtlich nicht lumpen. Der Renaissancebau galt nach seiner Fertigstellung am 23. Oktober 1797 als schönstes Schulgebäude in der Mark. Es nahm die Gelehrtenschulen von Alt- und Neustadt auf. Ein Jahr darauf erhob der König die Lehranstalt zu einem Gymnasium. Dieses ging schließlich wegen geringer Schülerzahlen im Jahre 1903 in der am Salzhof gelegenen Saldria auf.

Der nun leer stehende Bau nahm im Jahre 1904 die Hilfsschule und die katholische Gemeindeschule auf. Von 1907 bis 1913 war hier die kaufmännische Berufsschule untergebracht und von 1927 bis 1933 die Sammelschule. Ab 1933 nutzte die NSDAP-Kreisleitung zusammen mit der Rolandschule das hübsche Gebäude. Später saß hier eine Polizeiwache und auch das Arbeitsamt war hier einige Jahre untergebracht. Nach dem 2. Weltkrieg war in dem Haus von 1951 bis 1978 die Pestalozzi-Sonderschule beheimatet, ehe das Schulverwaltungsamt einzog.

Im Jahre 1991 begannen umfangreiche Sanierungsarbeiten an dem inzwischen maroden Bau. Nach gut fünf Jahren – bei laufendem Betrieb als Staatliches Schulamt - war die Fassade mit der prächtigen Wappenkartusche saniert, das Krüppelwalmdach komplett erneuert und auch die sanitären Anlagen wieder in Ordnung. Zwei Millionen Mark Eigenmittel sowie eine Million Mark Städtebau-Mittel flossen in das einstige Gymnasium. Das Gebäude beherbergte nun auch das Standesamt, den Marktaufseher und die Bildstelle der Bibliothek.

Bilder

Der Renaissancebau während der Sanierungsarbeiten im Jahre 1993. Foto: Alert
Das alte Gymnasium um 1900. Foto: Archiv Alert
Am Wappen und der Inschrift nagt schon wieder der Zahn der Zeit. Foto: Alert
Heute sieht das Gebäude unweit der St. Katharinenkirche so aus. Foto: Alert
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