Sogar noch älter als das Gebäude der Doppelgemeindeschule (1906/08) ist das der Bürgerschule. Am 10. April 1893 fand in der Jakobsstraße die feierliche Einweihung des stattlichen Backsteinbaues, der damals fast 185.000 Mark kostete, statt. Der Dreigeschosser nahm Klassen auf, die bis dahin in der Kleinen Münzenstraße unterrichtet wurden. Das Haus beherbergte nach dem 2. Weltkrieg gut 30 Jahre lang die EOS „Johann Wolfgang von Goethe“ und heute die Theodor-Fontane-Grundschule.
Anzeige
Der 6000 Quadratmeter große Bauplatz war ein Teil des damaligen städtischen Bauhofes. Am 26. Juni 1891 begannen die Bauarbeiten. Nach seiner Fertigstellung verfügte das dreigeschossige Gebäude über 24 Klassenräume für bis zu 1200 Kinder, einen 112 Quadratmeter großen Zeichensaal und eine Schuldiener-Wohnung. Hinzu kamen ein Schulhof, eine zehn Mal 20 Meter große Turnhalle mit Zuschauer-Tribüne und einen Schulgarten.
Die sogenannte Abortanlage wurde an die Turnhalle angebaut und hat „außer den erforderlichen Pissoirständen 26 Sitze“, wie im Verwaltungsbericht der Stadt der Jahre 1892/93 nachzulesen ist. Die Beleuchtung erfolgte damals ausschließlich über Gas, für die Erwärmung wurde eine Warmwasserniederdruckheizung installiert. 1911 wurde ein großes Bücherzimmer in das Dachgeschoss hineingebaut und im Keller wurde eine Lesehalle eingerichtet.
Im 2. Weltkrieg wurde das Backsteingebäude vorübergehend Lazarett. 1949 erhielt die nun unter der Adresse Wredowplatz firmierende Schule den Namen Johann Wolfgang von Goethe. Ab 1960 hatte die Lehreinrichtung den Status einer Erweiterten Oberschule. Mit der Wende hieß die Schule „Gymnasium Neustadt“, ehe sie 1993 den Namen von Saldern-Gymnasium erhielt. 1995 zog das Gymnasium in die Doppelgemeindeschule in der Franz-Ziegler-Straße und in die einstige Bürgerschule kam eine Grundschule, die bis heute, wie über dem Eingang nachzulesen ist, den Namen Theodor Fontane trägt. 2000/01 erfolgte eine umfassende Sanierung des damals über 100 Jahre alten Schulhauses.