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Lost Place: Die Wiesike-Villa auf dem Margarethenhof

Historisches
  • Erstellt: 26.01.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Die Wiesike-Villa auf dem Margarethenhof ist das einzige Denkmal, das eng mit dem berühmten Reiseschriftsteller Theodor Fontane in Verbindung gebracht werden kann. Das einstige Wohnhaus von Carl Ferdinand Wiesike (1798-1880), das seit 1999 unter Denkmalschutz steht, ist schon seit über zwei Jahrzehnten in einem erbärmlichen Zustand. Vor gut zehn Jahren erwarb ein Ehepaar aus Leipzig die Immobilie, um diese zum Wohnhaus mit drei Wohnungen auszubauen. Doch bis heute ist an der Villa in Blickweite des Plauer Schlosses – bis auf eine Notsicherung des Daches und der Trockenlegung des Kellers - so gut wie nichts passiert.
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Carl Ferdinand Wiesike erwarb ab 1822 – also erst 24-jährig - bei Plaue verschiedene Grundstücke am Ostufer der Havel. Bis 1835 gehörten ihm schließlich auch die Ziegelei und das Gut Plauerhof. Im Jahre 1828 ließ er sich unweit der Plauer Brücke ein einfaches Wohngebäude errichten, das er in den Folgejahren mehrfach durch Anbauten vergrößerte. In den 1860er Jahren war dort gleich mehrfach Theodor Fontane zu Gast. Der schrieb in seinem 5. Band seiner Fünf-Schlösser-Wanderung von einer „Lehmkate“, die nur den Bedürfnissen eines Wirtschaftsinspektors entspräche.

Dabei verdiente Wiesike mit seiner auf das Nordufer der Havel verlegten Ziegelei sowie mit seiner Landwirtschaft sehr viel Geld. Bereits mit 55 Jahren setzte er sich zur Ruhe. Er beschäftigte sich nun mit Naturheilkunde und Philosophie und legte sich einen kleinen Park an. Es entstanden Rosenbeete und auch ein Wasserturm. Carl Ferdinand Wiesike starb 1880 kinderlos. Sein Neffe Hermann und dessen Tochter Margarete Kreusler erbten den Besitz. 1881 wurde die Bezeichnung Margaretenhof erstmals schriftlich erwähnt.

1920 wurde das Gut zusammen mit Plauerhof und Kaltenhausen an eine Siedlungsgesellschaft aus Berlin-Dahlem veräußert. Der Margarethenhof ging dagegen an den Brandenburger Excelsior-Besitzer Franz Patz. Nach der Nutzung des Gutes durch die sowjetische Armee übernahm die VEG Plauerhof und 1976 die VEG Brandenburg das Gelände. Damit begann auch der Verfall. Nach der Wende kaufte die Fischereischutzgenossenschaft den Margarethenhof von der Treuhand. Sie verpachtete eine Teilfläche und die Villa an den Wasssersportverein Buckau-Fermersleben. Da sich an der Villa jedoch nichts tat, verkauften die Fischer letztlich das geschichtsträchtige Haus.

Bilder

Die Villa Wiesike bietet seit vielen Jahren ein trauriges Bild. Foto: Alert
Zumindest wird das Haus inzwischen durch ein Notdach geschützt. Foto: Alert
So sah die Villa vor gut 100 Jahren noch aus. Foto: Archiv Alert
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