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Vom Kreisgarten über den Kaiser-Otto-Ring zum Walther-Rathenau-Platz: Einst wurde hier der märkische Obstbau gefördert

Historisches
  • Erstellt: 02.02.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Die Anfänge des heutigen Walther-Rathenau-Platzes gehen erstaunlicherweise nicht auf den Schornsteinfegermeister Johann Gottfried Bröse (1786-1849) zurück. Denn auf der Fläche vor der Altstadt – wo zu diesem Zeitpunkt die Wallanlage zur Verteidigung der Stadt vorhanden war - entstand bereits ab 1773 ein Kreisgarten. Dort wurden, um den märkischen Obstbau zu fördern, entsprechende Gehölze gezogen und verkauft. Im Jahre 1782 verpachtete der Magistrat den Kreisgarten, wobei der Pächter beauflagt wurde den Wall einzuebnen und den inneren Graben zu verfüllen. In der Folge entstand auf dem Gelände auch eine Maulbeerplantage und …
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... auf einer Teilfläche bewirtschaftete die städtische Armenanstalt einen Gemüsegarten.

Dann, sicherlich unter Mitwirkung von Bröse, gab es 1848 erste Überlegungen, das riesige Grundstück in eine Grünanlage umzuwandeln. 1873 erhielt schließlich die Verschönerungskommission die Fläche. Und die wurde zur ersten Stadtgärtnerei mit einer Baumschule umgestaltet. 1896/97 wurde sogar ein beheizbares Gewächshaus errichtet. Im Jahre 1901 wurde der immer noch vorhandene Syndikatsgraben zugeschüttet und 1910 kam noch das Grundstück der einstigen Ratsziegelei hinzu. Die Stadtgärtnerei befand sich da schon in der Mageburger Landstraße. Das war der Startschuss, um die Gesamtfläche neu zu gestalten, wobei es auch Pläne gab die Fläche in Bauparzellen aufzuteilen.

Bereits 1910 legte der städtische Gartenispektor Fritz Keßler einen Entwurf vor. 1913 waren die Arbeiten vollendet und die Anlage erhielt den Namen Kaiser-Otto-Ring. Damals entstand das viereckige Wasserbecken mit der Fontäne, eine Trauerweide wurde angepflanzt und auch die Pergola mit den Sitzbänken entstand. Am Fuße des Rathenower Turms wurde zugleich ein Spielplatz angelegt. Und es wurden Eibenhecken angepflanzt, die allerdings den harten Winter 1929 nicht überstanden. Während des Zweiten Weltkrieges entstand zum Teil unter der Brücke eine Art Bunker. Der nördliche Teil zur Havel (Kleiner Beetzsee) hin erhielt die Form einer landschaftlichen Parkanlage.

Im Jahre 1954 wurde der Walther-Rathenau-Platz – er hieß auch schon von 1923 bis 1934 so - noch einmal umgestaltet und der Bunker verschwand. 1960 wurde mittendrin der Gedenkstein für den Heimatforscher Friedrich Grasow (1881-1958) aufgestellt. 1999/2000 erfolgte für 600.000 DM eine komplette Rekonstruktion. Im 1. Bauabschnitt entstand der Spielplatz in Form eines Kletterwaldes. Der 2. Bauabschnitt umfasste den Bau eines neuen Wasserbeckens, die Sanierung der Pergola und ein neues Wegesystem. Vor dreieinhalb Jahren kam dann noch der Gedenkstein für den Außenminister der Weimarer Republik Walther Rathenau 1867-1922) hinzu.

Bilder

Die Grünanlage erhielt nach der Fertigstellung den Namen Kaiser-Otto-Ring. / Foto: Archiv Alert
Bei den alten Brandenburgern blieb die Bezeichnung Kreisgarten. / Foto: Archiv Alert
Kernstück sind der Brunnen mit Fontäne und der Pergola. / Foto: Archiv Alert
Im Jahre 1960 wurde auf der Fläche ein Gedenkstein für Friedrich Grasow enthüllt. / Foto: Alert
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