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Als Friedrich der Große in Ziesar über's Ohr gehauen wurde

Historisches
  • Erstellt: 28.01.2026 / 21:01 Uhr von Marcus Alert
Vor 250 Jahren ließ sich Friedrich II. (1712-1786) in Ziesar ein Haus bauen. Im Jahre 1775 war es schließlich fertig. Jedoch setzte der preußische König, obwohl er noch elf Jahre lang lebte, laut einer Legende nie einen Fuß in das Haus. Grund war, dass der beauftragte Maurermeister den König über das Ohr gehauen haben soll. Doch nicht nur die Rechnung war überhöht, nein, er baute sich auch noch in Sichtweite selbst ein ähnlich großes Haus. Als Friedrich das erste Mal in seinem neuen Haus übernachten wollte, merkte er den Betrug sofort. Er schimpfte und stieg sofort wieder in seine Kutsche und ward fortan nicht mehr in Ziesar gesehen.
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Alljährlich fand im Mai/Juni für drei oder vier Tage die Truppenschau bei Körbelitz statt, wo sich das Paradefeld der Magdeburger Garnision befand. Dazu reiste der König alljährlich über zwei Tage mit der Kutsche an. Unterwegs nahm er auch die Dörfer entlang des Weges in Saugenschein. Im reiferen Alter entschied sich Friedrich, künftig komfortabler übernachten zu wollen. Obwohl sonst sehr sparsam, gab er den schlichten Barockbau mit der steinernen Freitreppe in Auftrag. Ziesar lag etwa auf halbem Weg der Inspektionsreise.

Baumeister war vermutlich der Maurermeister Wilhelm Blanckenhorn. Als Bauplatz wurde ein Grundstück des Königlichen Amtes unweit der Bischofsburg auserkoren. Die verwendeten Ziegel kamen aus der Mögeliner Ziegelei von Joachim Andreas Wienkoop, die Friedrich II. gehörte. Da das Haus als Reiseunterkunft gedacht war, wurde es, versehen mit hohen Fenstern und einem Mansarddach, relativ schlicht gehalten, verfügte aber auch über einen kleinen Garten, in dem die Gäste lustwandeln konnten. Im Souterrain – Tiefparterre - wohnte der zuständige Gärtner.

Auch wenn Friedrich das Haus nicht selbst nutzte, so stand es doch hohen Herrschaften zur Verfügung. Ab 1795 wurde das Haus dann jedoch – mit der Auflage Zimmer für hohe Herrschaften bereitzuhalten - verpachtet. Erst 1892 stimmte Kaiser Wilhelm II. zu diese Bedingung aus dem Grundbuch zu löschen. Karl Wernicke kaufte 1936 das Haus. 1986 übereignete Elisabeth Wernicke die Immobilie der Stadt. Die nutzte das Gemäuer als Heimatmuseum, Bürgermeister-Büro, Touristen-Information und Standesamt. Im Jahre 2004 wurde die Immobilie, die 1992 teilsaniert wurde, laut einem Urteil des Verwaltungsgerichtes an die Alteigentümerin rückübertragen. Die verkaufte es schließlich an ein Ehepaar aus Brandenburg, das das „Haus Friedrichs des Großen“ in ein Wohnhaus umbaute.

Bilder

Das Barockhaus Friedrichs des Großen in Ziesar. Foto: Archiv Alert
Die Burg Ziesar etwa vom Haus Friedrichs des Großen aus gesehen. Foto: Archiv Alert
Die Figur Friedrich des Großen bei einemhistorischen Umzug. Foto: Alert
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