Im 125. Todesjahr des Brandenburger Originals Fritze Bollmann rückt auch das Syndikatshaus etwas mehr in das Interesse der Öffentlichkeit. Hier starb am 7. Mai 1901 der berühmte Angler. Zu diesem Zeitpunkt beherbergte das auffällige Giebelhaus noch das städtische Krankenhaus. Erbaut wurde das heutige Doppelhaus allerdings zu einem ganz anderen Zweck. In den Urkunden finden sich die Bezeichnungen „Secretariat- und Syndicat-Hauß“.
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1513/14 entstand zuerst in unmittelbarer Nachbarschaft zum Altstädtischen Rathaus das linke Sekretariatshaus. Gut 50 Jahre später folgte das Giebelhaus als Wohnsitz und Arbeitsplatz des Syndikus. Dieser erledigte die Rechtsgeschäfte der damals noch selbständigen Altstadt. Mit der Vereinigung von Alt- und Neustadt im Jahre 1715 verloren jedoch Rat- und auch Syndikatshaus ihre Funktion. 1724 erfolgte ein barocker Umbau des Doppelhauses, wobei beide Gebäude baulich vereinigt wurden.
Das Haus wurde von 1753 bis 1803 als Lager für das benachbarte Rathaus, das auf Anordnung Friedrichs des Großen als Barchentfabrik diente, genutzt. 1803 ging das Unternehmen des Berliner Fabrikanten Karl Friedrich Daum jedoch pleite. Per Gerichtsbeschluss fiel das Haus 1807 zurück an die Stadt. 1825 zog eine Elementarschule für Mädchen und ab 1867 eine Gemeindeschule für Jungen in die Räumlichkeiten ein.
1841 wurde auf der Rückseite ein aus Hauptgebäude und Seitenflügel bestehendes Krankenhaus für etwa 70 Kranke gebaut, das im Jahre 1881 auch das Syndikatshaus mit einbezog. Zwei Monate nach dem Tode von Fritze Bollmann ging das gerade fertiggestellte Städtische Klinikum am Marienberg in Betrieb. Die Räumlichkeiten am Altstädtischen Markt wurden nun als Armem- und Siechenhaus genutzt. Diverse städtische Ämter zogen nach dem Ersten Weltkrieg ein, ehe der Komplex in den 1930er Jahren wieder komplett Wohnzwecken zugeführt wurde.
Im Jahre 1968 erfolgte eine Sanierung des völlig verschlissenen Gebäudes und ab 1975 war dann das Stadtarchiv im hinteren Teil des einstigen Krankenhauses untergebracht. Auch gab es Depoträume für das Heimatmuseum. In der Wendezeit wohnten nur noch zwei Mietparteien in dem Haus. Investor Wilhelm Mewes plante 1994 die Sanierung, zog sich wenig später aber verärgert zurück.
Im Jahre 1995 versuchte die Stadt, das Syndikatshaus zu veräußern, nachdem das Stadtarchiv ausgezogen war. Die GWF-Grundwertgesellschaft von Dietrich Garski erwarb 1997 zwar die Immobilie, rührte sie aber nicht an. Im Juli 2000 kaufte die Landesentwicklungsgesellschaft LEG die Immobilie. Innerhalb von zwei Jahren wurde danach das geschichtsträchtige Gebäude komplett saniert. Seit mittlerweile 25 Jahren ist das Syndikatshaus Standort der Fouque-Bibliothek.