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Bohnenland war einst ein beliebtes Ausflugsziel

Historisches
  • Erstellt: 01.02.2026 / 08:01 Uhr von Marcus Alert
Während das nahegelegene Brielow für seine Schwedenlinde bekannt ist, entwickelte sich Ende des 19. Jahrhundert Bohnenland wegen seiner dicken Eiche zu einem beliebten Ausflugsziel. Im nördlichsten Kolonistenhaus der kleinen Kolonie etablierte sich damals eine Ausflugsgaststätte. Die hatte bis 1962 Bestand. Danach musste man sein Essen und Trinken mitbringen, wenn man die 500 Jahre alte Bohnenländer Eiche besichtigen wollte. Der riesige Baum, er hatte einen Umfang von fast 8,5 Meter, wurde allerdings im November 2015 durch einen Sturm zerstört.
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Die Kolonie und Försterei Bohnenland wurde im Jahre 1684 erstmals als „Bohnen Land“ urkundlich erwähnt. Es war genauso ein Kämmereivorwerk der Altstadt wie Görden. 1733 wurde es als rathäusliches Vorwerk und 1745 als Meierei und Schäferei erwähnt. Das Vorwerk, das sich am Standort der alten Försterei befand, war zumeist verpachtet. Für 1733 sind 20 Kühe und 1000 Schafe in den Büchern nachgewiesen.

Einen kleinen Aufschwung erlebte Bohnenland, als hier um 1754 in mehreren neu gebauten Häusern Spinnerkolonisten für die zur gleichen Zeit auf Veranlassung Friedrichs des Großen im Altstädtischen Rathaus eingerichtete Barchentfabrik angesiedelt wurden. Da die Fabrik jedoch 1803 pleite ging, verloren die Kolonisten ihre Einkommensquelle. Das Vorwerk wurde schließlich im Jahre 1872 aufgelöst und in eine Försterei umgewandelt. Der Schaf- und auch der Pferdestall wurden durch die Kämmerei auf Abriss verkauft. Zugleich wurde auf Forstwirtschaft umgestellt.

Im 19. Jahrundert entwickelte sich Bohnenland zu einem beliebten Ausflugsziel, so dass sogar zeitweise zwei Gastwirtschaften vom Besucherstrom leben konnten. Die Ausflügler kamen mit dem Rad über den zum Teil mit Feldsteinen befestigten Zufahrtsweg oder auch zu Fuß. Man konnte auch mit der Städtebahn zum Haltepunkt Bohnenland, der 1906 wegen des Walderholungsheim eingerichtet worden war, fahren und von dort dann die zwei Kilometer entfernte idyllische Kolonie des „Alten Fritz“ besuchen. Dazu gehörte auch der 1,2 Kilometer lange und 200 Meter breite Bohnenländer See.

Bohnenland ist immer noch ein Wohnort, die Häuser wurden jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg stark verändert. Erhalten haben sich jedoch am Rande des Dorfes Reste des um 1750 angelegten Friedhofes. Daneben befindet sich ein deutlich jüngerer Friedhof.

Bilder

Mit Postkarten bewarben früher die Betreiber der Gaststätten ihre Etablissements. Foto: Archiv Alert
Auf einer Alten Postkarte wurde mit dem idyllischen See geworben. Foto: Archiv Alert
Anziehungspunkt war die Bohnenländer Eiche mit ihrem mächtigen Stamm. Foto: Alert
Der alte Friedhof der Kolonie wächst immer mehr zu. Foto: Alert
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