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Widukind von Corvey: Mit Hunger, Schwert und Kälte

Historisches
  • Erstellt: 10.02.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Die 1100-Jahr-Feier der Stadt Brandenburg steht zwar 2028/29 an, verwirrt allerdings auch immer wieder, da 1998 die 1050-Jahr-Feier begangen wurde. Die Erklärung ist recht einfach. Im Winter 928/29 soll Heinrich I. die Brandenburg erobert haben. Eine Urkunde darüber existiert allerdings nicht. Die ist jedoch für die Bistumsgründung 948 erhalten. Somit ist 948 das offizielle Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung.
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Unsere Vorfahren ließen sich von der fehlenden Urkunde aber überhaupt nicht beirren. Im September 1929 begingen sie die Tausendjahrfeier. Höhepunkte der Feierlichkeiten waren die Einweihung der Jahrtausendbrücke am 7. September 1929 sowie der historische Festumzug und die bunt geschmückten Straßen. Rechtzeitig zur Feier hatte zudem der Stadthistoriker Otto Tschirch nach zehnjähriger Arbeit auch seine „Geschichte der Chur- und Hauptstadt“ veröffentlicht.

„Überraschend fiel Heinrich in das Land der Hevellerein, ermüdete sie durch zahlreiche Kämpfe, schlug endlich im härtesten Winter sein Lager auf dem Eise auf und nahm die Brennaburg durch Hunger, Schwert und Kälte“, schrieb der Mönch Widukind von Corvey um 967 in seiner Sachsenchronik. Allerdings benennt er kein Jahr. Otto Tschirch ordnete es in seiner Chronik in den Winter 928/29 ein, wobei es auch für 927/28 durchaus Hinweise gibt. Denn der Winter war ganz besonders hart und Widukind erwähnt, dass Heinrich über die zugefrorene Elbe marschiert ist. Und die ist höchst selten zugefroren. Heinrich marschierte über Pritzerbe an und belagerte die vom Wasser umgebene Hevellerburg über einen längeren Zeitraum, bis die Heveller zur Übergabe gezwungen waren.

Widukind, wohl 925 geboren, war vor 942 in das Benediktinerkloster Corvey im heutigen Nordrhein-Westfalen eingetreten, wo er nach 973 auch gestorben ist. Er gilt als der bedeutendste sächsische Geschichtsschreiber. Seine „Res gestae Saxonicae“ umfasst drei Bände. Forscher merken allerdings kritisch an, dass er beispielsweise die Gründung der Bistümer Brandenburg und Havelberg überhaupt nicht erwähnt. Seine Sachsengeschichte ist und bleibt aber die wichtigste Quelle jener Zeit.

Bilder

Die heutige Dominsel war einst Standort der Hevellerburg. Foto: Archiv Alert
1929 fand in der Stadt die 1000-Jahr-Feier statt. Foto: Archiv Alert
Ein Höhepunkt der Feier war die Einweihung der Jahrtausendbrücke. Foto: Archiv Alert
Heinrich I. eroberte 928/29 die Brennaburg. Foto: Archiv Alert
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