Neben der Milchbar „Picollo“ in der Hauptstraße hatte vor allem die Milchbar „Kaskade“ vor der Wende geradezu Kultstatus. Das Eiscafé an der Ecke Otto-Nuschke-/Ernst-Thälmann-Straße – heute Große Garten- und Jacobsstraße – war auch dank der ganz besonderen Atmosphäre die erste Adresse für Eiskreationen. Eröffnet wurde die HO-Milchbar am 29. Mai 1959. Eine kleine architektonische Besonderheit waren die Stufen in Form eines Wasserfalls.
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Der gesamte nordwestliche Teil der Großen Gartenstraße war 1945 bei den Kämpfen um die Stadt zerstört worden. Das Eckgebäude war 1959 eines der letzten Wohnungsneubauten im Stadtzentrum, da man sich danach voll auf das neue Wohngebiet Brandenburg-Nord konzentrierte. In dem fünfgeschossigen Gebäude nahm die Milchar das gesamte Erdgeschoss ein. Es war etwas zurückgesetzt, sodass davor eine großzügige Terrasse mit im Sommer auffälligen Sonnenschirmen Platz hatte. Das Innere war sehr modern eingerichtet. Angesagt waren die Barhocker am Tresen. Sehr auffällig war der riesige Schriftzug an der Seitenfront des Gebäudes.
Die Milchbar war eine der wenigen Einrichtungen in der Stadt, die mit Südfrüchten punkten konnte. Hier gab es den Bananen-Split, aber natürlich auch den Schweden-Eisbecher mit Vanilleeis, Apfelmus, Eierlikör und Sahne. Letztlich war die Eisauswahl auf Vanille, Schoko und Frucht begrenzt. Doch daraus wurden eigene Kreationen wie Black & White oder Tutti Frutti gezaubert. Täglich wurden neben Konditorwaren und Kaffee etwa 100 Kilogramm Eis umgesetzt. 1973 wurde die „Kaskade“, die über 100 Innen- und 100 Außenplätze verfügte, neu gestaltet.
Doch mit der Wende war Schluss. Es folgten lange Jahre des Leerstandes, auch wenn zwischendurch ein kroatisches und ein indisches Restaurant versuchten, in die gastronomischen Fußstapfen zu treten. Seit mittlerweile etwas über 15 Jahren ist die einstige „Kaskade“ nun Standort des Geschäftes „Brautmoden Eleganz“.