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Der Zimmermann wollte Friedrich den Großen beim Bau der Klosterkaserne über den Tisch ziehen

Historisches
  • Erstellt: 14.02.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Still und leise ist der 250. Geburtstag der Klosterkaserne neben der St. Johanniskirche vorbeigezogen. Von 1773 bis 1775 wurde der stattliche Dreigeschosser auf dem Gelände des ehemaligen Hospitalgartens des einstigen Franziskanerklosters errichtet. Der hübsche Ziegelbau entstand auf Befehl des preußischen Königs Friedrichs des Großen, der am Ende auch die Rechnung beglich. Allerdings war die Kaserne, sie ist die zweitälteste in der Mark, letztlich geradezu ein Schnäppchen.
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Denn statt der veranschlagten 27.000 Taler zahlte der König am Ende nur 17.000 Taler. Er hatte mehrfach die Baustelle besucht und ihm war aufgefallen, dass der Zimmermann an allen Ecken und Enden am Material sparte, ihn also über den Tisch ziehen wollte. Deshalb stellte er ihn vor die Wahl entweder in die Festung Spandau einzuziehen oder auf die Rechnung zu verzichten und künftig lieber andere zu bescheißen.

Große Nutznießer des Neubaues waren die Bürger der Stadt, die nach der Fertigstellung vor ungeliebten Einquartierungen bewahrt blieben. Denn immerhin 48 verheiratete und 192 ledige Soldaten des Infanterieregiments Nr. 36 von Kleist zogen damals in das Gebäude ein.

In den Befreiungskriegen 1812/13 wurde der langgestreckte Bau als Lazarett genutzt. „Es ist überliefert, dass zwei Frauen damals die Patienten beklaut haben“, erzählt Frank Brekow. Einen Tag, so der Militärexperte weiter, mussten die dehalb vor dem Haus mit einem Schild um den Hals stehen Nach dem Krieg zogen verschiedene Militärdienststellen in das Gebäude ein. Einige Kammern enthielten Ausrüstung und Uniformen. Von 1850 bis 1918 waren gleich drei Brigadestäbe im Gebäude untergebracht. Die wurden von Generalmajoren geführt. In den DDR-Jahren saß hier die Kreisverwaltung Brandenburg-Land und nach der Gebietsreform ab 1993 war hier eine Außenstelle des Landratsamtes untergebracht.

Ab 2006 versuchte der Kreis die Immobilie zu veräußern. Nicht das 3109 Quadratmeter große Grundstück war das Problem, sondern der mit dem Gift Hylotox kontaminierte Dachstuhl. Erst nach sechs Jahren und mit einem auf 220.000 Euro reduzierten Preis fand man dann endlich mit dem hiesigen Architekten Florian Grotmann einen potenten Käufer. Bis 2013 entstanden auf 2200 Quadratmetern 24 zwischen 60 und 140 Quadtratmeter große Wohnungen. Die Obergeschosse sind über einen Fahrstuhl erreichbar. Die Investitionssumme betrug etwa drei Millionen Euro.

Bilder

Um 1900 wurde dieser Blick vom Johanniskirchplatz auf die Kaserne aufgenommen. / Foto: Archiv Brekow
Die Klosterkaserne ist heute eine attraktive Wohnadresse am Rande der Altstadt. / Foto: Brekow
Die Klosterkaserne grenzt direkt an die Stadtmauer. / Foto: Alert
Die Klosterkaserne, aufgenommen vom gleichen Standort, wie bei der > historischen Aufnahme. / Foto: Alert
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