Die Bagower Dorfkirche war in den letzten Jahren der DDR ein typischer Lost Place. Sogar die evangelische Kirchengemeinde hatte das Gotteshaus nach einem 1972 erlittenen schweren Sturmschaden 1978 bereits aufgegeben und sollte Mitte der 1980er Jahre abgerissen werden. Die Ruine wurde schließlich an eine Privatperson veräußert, sollte das Gebäude abgerissen werden. Doch die Wende ließ den Vertrag nicht mehr rechtsgültig werden.
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Manfred Primke, 1929 in Bagow geboren, war nach dem 17. Juni 1953 in den Westen geflohen. Er hatte sich in Belzig am Aufstand beteiligt. Der Obst- und Gemüsegroßhändler aus Schwetzingen bei Mannheim stemmte sich ab 1991 mit aller Kraft gegen den Verfall. Vor nunmehr 35 Jahren, am 8. März 1991, begann die Sanierung der Bagower Kirche, hatte Ministerpräsident Manfred Stolpe zuvor Grünes Licht gegeben. Innerhalb von vier Jahren wurde aus der Ruine wieder ein Schmuckstück, eine Perle am Beetzsee. Am 22. Juli 1995 fand die Wiedereinweihung der ursprünglich am 19. Dezember 1907 in den Dienst gestellten Kirche statt. Mit dabei natürlich auch Manfred Stolpe.
Mit 40 Mark wurde der Wiederaufbau begonnen. Manfred Primke versprach für jedes Jahr in Freiheit 1000 Mark zu spenden. Fast 40 Jahre hatte er da schon in der Bundesrepublik gelebt. Und er sammelte Geld bei Freunden, Geschäftspartnern, der Landeskirche und verschiedenen Stiftungen. Am Ende kamen gut 900.000 Mark zusammen. Parallel zur Hülle wurde auch an Altar, Kanzel und Kronleuchter gearbeitet. Offizieller Bauherr war Pfarrer Manfred Gunkel. Auch nach der Wiedereinweihung ließ Primke nicht locker, fehlten schließlich noch die Außenanlagen, musste die Kirchturmuhr repariert werden und die Kirche sollte – Kostenvoranschlag damals 180.000 Mark - wieder eine Schuke-Orgel erhalten. Stattdessen wurde 2019 jedoch eine deutlich kostengünstigere elektronische Sakralorgel in den Dienst gestellt.
Manfred Primke wurde am 10. Mai 1996 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Auch danach sammelte er noch beharrlich weitere Gelder ein. Wenige Tage vor seinem 81. Geburtstag starb Manfred Primke am 2. Februar 2010.