Der Fritze-Bollmann-Brunnen ist zumindest in der Innenstadt mittlerweile der Platzhirsch. Denn die Konkurrenz auf dem Neustädtischen Markt ist längst verschwunden. Das langgestreckte Becken mit den fünf Fontänen war Bestandteil einer kleinen Grünanlage, durch die man in den DDR-Jahren über den Rand des Neustädtischen Marktes von der Haupt- zur Friedensstraße kam. 1977 installierte man auch noch die Digitaluhr.
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Gebaut wurde der Brunnen 1967. Er war, wie man damals betonte, eine Zwischenlösung, da man letztlich noch den Neustädtischen Markt bebauen wollte. Doch vor gut 60 Jahren legte man den Schwerpunkt des Bauens nicht in die Innenstadt, sondern konzentrierte sich voll auf den Wohnungsbau erst in Nord und später in Hohenstücken. Zumindest erhielt die Innenstadt damals etwas Grün und auf den umliegenden Bänken konnte auch dem Plätschern des Wassers gelauscht werden.
Ausführender Baubetrieb war die PGH Bau, die das Becken mauerte. Dieses wurde dann durch den VEB Grünanlagen mit Natursteinen verkleidet. Über ein Zuflussrohr wurde das Wasser herangeführt und Tiefstrahler beleuchteten nachts die Brunnenanlage. Ehe die Anlage jedoch eingeweiht werden konnte, kam es noch zu einem Vorfall. Am 16. Juli 1967 zeigten gegen 2 Uhr drei angetrunkene junge Männer große Badelust. Einer stieg im kompletten Anzug in das bereits mit Wasser gefüllte Becken.
Das schien ihm gefallen zu haben, da er wieder heraus stieg, um sich nun zu entkleiden. Dem Treiben setzte schließlich eine Streife der Volkspolizei ein Ende. Die schickte das Trio nach Hause. Doch die drehten, als die Polizisten verschwunden waren, wieder um und frönten nun ihrer Badelust. Ein Zivilist, der einschreiten wollte, wurde mit bösen Worten in die Flucht geschlagen. Als jedoch ein weiterer Polizist erschien, war der Spaß zu Ende.
Im Zuge der Pläne zur Marktplatz-Bebauung und der archäologischen Untersuchungen verschwand letztlich wohl 1998 nicht nur die Uhr, sondern auch der in die Grünanlage eingebettete Brunnen.