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Als am 2. September 1900 die Heidrichsche Mühle lichterloh brannte

Historisches
  • Erstellt: 19.02.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Am 2. September 1900 um 15 Uhr hörte Franz Alexander Heidrich den Ruf „Die Mühle brennt“. Als er die Treppe heruntereilte, kam dem Mühlenbesitzer schon dicker Rauch entgegen. Obwohl die Feuerwehr mit gleich neun Schlauchleitungen vorging, schlug das Feuer schon bald durch den Dachstuhl. Auch der angrenzende Speicher war letztlich nicht zu retten. Umherfliegende brennende Holzstücke beschädigten zudem die Nachbarhäuser. Auch ein auf der anderen Straßenseite stehendes Wohnhaus brannte nieder.
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Die Brücke vor der Mühle wurde auch beschädigt. Da die Feuerwehr daher die Straße nicht nutzen konnte, wurde sie mit Kähnen auf die andere Gebäudeseite gebracht. 13 Feuerwehrmänner trugen am Ende leichte Verletzungen davon. Der „Brandenburger Anzeiger“ berichtete am 3. September, dass Kleidungsstücke der Schaulustigen Brandflecke bekamen. Da auch die Telefondrähte in Mitleidenschaft gezogen wurden, war der Dom über viele Stunden vom Fernsprechverkehr abgeschnitten. Von der nahen Badeanstalt legten gut 20 Boote mit Schaulustigen ab. Ein Boot kenterte, jedoch konnten die Insassen gerettet werden. Am nächsten Morgen riss die Feuerwehr die Giebelwände ein.

Franz Alexander Heidrich hatte die Mühle erst am 17. Dezember 1898 für 120.000 Mark gekauft und sie in der Folgezeit mit völlig neuen Maschinen ausgestattet. Am 28. August 1900 startete der Probebetrieb. Wahrscheinlich lief dabei eine Welle heiß. Drei Wochen dauerten die Verhandlung mit den Versicherungsgesellschaften, die ihm schließlich 180.803 Mark überwiesen. Nach Abzug der Kosten blieben Franz Alexander Heidrich 145.000 Mark für den Bau eines modernen Betriebes. Da das nicht ausreichend war, nahm Heidrich noch einen Kredit über 77.000 Mark, für den die Familie bürgte, auf. Im Dezember 1900 stand der durch die Firma W. Hohmann erstellte Rohbau und am 16. Juni 1901 lief in dem dreigeschossigen Neubau der Betrieb wieder an.

Bilder

Am 2. September 1900 brannte die Heidrichsche Mühle bis auf die Grundmauern nieder. / Foto: Archiv Alert
Die heute zu Wohnzwecken genutzte Mühle wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. / Foto: Alert
Von der Näthewinde aus beobachteten die Brandenburger damals das Feuerinferno. / Foto: Alert
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