Als die Kinder von Gaston Lieberschütz 1934 nicht mehr in die öffentlichen Badeanstalten der Stadt Brandenburg durften, ließ sich der wohlhabende jüdische Fabrikdirektor der Hutfabrik Gebrüder Silbermann und Co. kurzerhand neben seiner Villa in der Krakauer Landstraße 30 ein eigenes Badehaus errichten. Für den Entwurf zeichnete kein Geringerer als Hans Scharoun (1893-1973) verantwortlich. Der berühmte jüdische Architekt durfte ab 1934 nur noch private Aufträge annehmen. Der Landschaftsarchitekt Hermann Matern hatte ihn bei diesem Bauvorhaben mit hinzugezogen, nachdem sie beide kurz zuvor schon einmal beim Bau einer Berliner Villa zusammengearbeitet hatten.
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Von dem einstigen Gartenbadehaus, das zwischen Villa und einer Werkhalle und abgeschirmt von der Straße errichtet wurde, sind heute allerdings nur die nordöstliche und nordwestliche Umfassungsmauer erhalten geblieben. Trotz dieser mageren Überreste gelten die beiden Klinkermauern als herausragendes Denkmal. Heute ist allerdings nicht mehr zu erkennen, dass das Wasserbecken mit angrenzendem Umkleidehaus inmitten eines parkartigen Gartens lag, der auch über Gewächshäuser und einen Tennisplatz verfügte. Der Pool befand sich unter einem geschwungenen Dach und zum Garten hin plante Scharoun eine schräge Glasfront. Die dazugehörige Terrasse bestand aus Natursteinplatten.
Beim Ausbau der Fabrik ab 1953 zum Potsdamer Chemiehandel wurde das Badehaus weitgehend zerstört. Die Reste befinden sich heute allerdings nicht mehr auf dem Grundstück der Silbermann-Villa, sondern auf der Nachbarfläche, die heute zur Marina gehört. Von der Straße aus ist nichts von dem Denkmal zu sehen. Von hinten sind zwar die beiden Klinkermauern durchaus zu erkennen, drohen aber mittlerweile mehr und mehr mit Büschen und Sträuchern zuzuwachsen.