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Ernst Blell stellte sich 23 Jahre lang in den Dienst der Stadt

Historisches
  • Erstellt: 28.02.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Viel erinnert in der Stadt Brandenburg nicht mehr an die Tuchhandlung Blell und Söhne. Auf dem Neustädtischen Friedhof ist zumindest das Grabmal von Johann Carl Blell (1838-1914) und seiner Frau Anna zu entdecken. Bekannter ist jedoch Ernst Blell, der 1908 aufgrund seiner Verdienste um die Stadt zum Ehrenbürger ernannt worden war. Ernst Blell trat mit 25 Jahren 1865 in die väterliche Handelsfirma ein, die in der Steinstraße 11 ihrenSitz hatte. Als sein Vater Carl 1885 starb, übernahm Ernst Blell nicht nur die Leitung der Firma, sondern auch dessen Amt als unbesoldeter Stadtrat. Das hatte er 24 Jahre lang inne. Ernst Blell schaffte es 1902 sogar in den Provinzial-Landtag.
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Ernst Blell war eifriger Förderer von Kunst und Wissenschaft. Er kümmerte sich aber auch um die Volkswohlfahrt und Hygiene. Als Dezernent des gerade fertiggestellten Schlachthofes in der Wilhelmsdorfer Landstraße vertrat er auch die Interessen der ortsansässigen Fleischer. Das machte er offensichtlich sehr gut, denn die Fleischer-Innung erhob ihn bei seinem Ausscheiden zum Ehrenmitglied.

Im Jahre 1908 trat Ernst Blell in den Ruhestand und übersiedelte nach Berlin-Lichterfelde, wo seine Familie bereits wohnte. Damit endete auch seine Zeit als unbesoldeter Stadtrat.

Anlässlich des 100. Jahrestages der Städteordnung ernannte ihn die Stadt am 19. November 1908 nach 23 Jahren als Stadtrat zum Ehrenbürger. Die Urkunde, der Einband mit dem Stadtwappen, war übrigens aus Krokodilleder, wurde von Oberbürgermeister Hugo Dreifert überreicht. Die Feier begann um 19 Uhr in den Räumen des Konzerthauses und bestand vor allem aus einem Festmahl für die 120 Gäste.

Ernst Blell lebte noch zwölf Jahre. Er starb am 14. Mai 1920 im Alter von 79 Jahren. Er wurde drei Tage später im Berliner Krematorium eingeäschert. Das Stadtmuseum verfügt seit 1981 über ein Gemälde, das Ernst Blell zeigt. Maler war Max Körte (1857-1929), der das Porträt wohl 1921 nach einer Fotografie anfertigte.

Bilder

Ernst Blell, gemalt vom Künstler Max Körte. Das Gemälde befindet sich im Besitz des Stadtmuseums. Foto: Alert
Auf dem Neustädtischen Friedhof ist das Grabmal seines Bruders Johann Carl Blell zu finden. Foto: Alert
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