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Kriegslokomotive von Kirchmöser dampfte fast 50 Jahre über die Schienen

Historisches
  • Erstellt: 04.03.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Die Güterzug-Lokomotive der Baureihe 52, der „Pendel von Kirchmöser“, ist zumindest in Teilen reparaturbedürftig. Der sich hinter dem Führerstand befindliche Kohlekasten ist durchgerostet, sodass der Inhalt durchgebrochen ist. Interessanterweise waren es jedoch keine Kohlen, die herabfielen. Die wurden bereits vor längerer Zeit von Unbekannten gestohlen. Stattdessen wurden sie durch schwarz angestrichenen Schotter ersetzt. Die Spema Kirchmöser GmbH. wird, so Geschäftsführer Sebastian Krause, den Kasten zeitnah wieder auf Vordermann bringen.
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Die 23 Meter lange Lokomotive mit der heutigen Nummer 52 8017-7 wurde am 1. Juli 1944 an die Deutsche Reichsbahn ausgeliefert. Ab 1942 wurden mehr als 7000 Exemplare dieser Baureihe gefertigt. Diese bekannteste Kriegslokomotive war eine abgespeckte Variante der qualitativ höherwertigen Baureihe 50. Statt aus 6000 bestand sie nur noch aus 5000 Teilen. Ausgelegt waren diese Lokomotiven auf eine Laufzeit von fünf bis zehn Jahren. Letztlich waren sie jedoch mehrere Jahrzehnte im Einsatz.

1500 Lokomotiven dieser Bauart gab es nach dem Krieg noch in der DDR. 700 mussten jedoch als Reparationsleistung an die Sowjetunion abgegeben werden. Die Kirchmöser-Lok wurde in den 1960er Jahren im Reichsbahnausbesserungswerk Stendal rekonstruiert. Im Jahre 1989 wurde sie im RAW Meiningen zu einer nicht fahrfähigen Heizlok umfunktioniert. Im April 1994 wurde das 136 Tonnen schwere Ungetüm schließlich an eine Privatperson veräußert.

Danach ging sie an die Berliner Eisenbahnfreunde in Basdorf, die in 4000 Arbeitsstunden die Kriegslokomotive restaurierten. 2004 gaben sie das Gefährt an die Dampflokfreunde Berlin weiter. 2007 erwarb die Havelländische Eisenbahn AG die Lok. Am 24. April 2008 erfolgte die Aufstellung des Museumsstückes am Nordtor in Kirchmöser. 2018 erhielt die Lok einen neuen Anstrich. Der Name soll an den Pendelzug erinnern, der ab 1921 zwischen dem Bahnhof Kirchmöser über den Südbahnhof zum Nordbahnhof pendelte, um die Mitarbeiter zu ihren Arbeitsplätzen zu bringen. Allerdings wurden dafür deutlich kleinere Lokomotiven genutzt. Im Frühjahr 1991 wurde der Verkehr auf dieser Strecke eingestellt.

Bilder

Die einstige Kriegslokomotive steht heute als „Pendel von Kirchmöser“ unweit vom Nordtor. Foto: Alert
Hinter dem Führerstand befindet sich der Kohlebunker. Foto: Alert
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