Längst hat sich der Begriff „Bermudadreieck“ an der Ecke Potsdamer-/Geschwister-Scholl-Straße durchgesetzt. Unsere Vorfahren bezeichneten das etwas verlängerte Ende der Sankt-Annen-Straße noch als „Stern“. Hintergrund war, dass sich dort mit dem Gasthof „Goldener Stern“ eine der ältesten Gastwirtschaften der Stadt befand. Jedoch nur bis 1937. Dann erfolgte der Abriss, um Platz für einen Neubau zu schaffen. Auch die kleinteilige Nachbarbebauung – zwei marode Wohnhäuser - musste damals weichen.
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Der Brandenburger Fabrikant Fritz Rönnefahrt fungierte als Bauherr und ließ vom Architekten Seeger das wuchtige Eckgebäude als Wohn- und Geschäftshaus planen. Es entstand 1937/38 ein viergeschossiges Haus mit einem Mittelbau und zwei Seitenflügeln. Im Erdgeschoss fand ein Ladenlokal seinen Platz. Das war der Abschluss der damaligen Brandenburger Einkaufsstraße, die von der Jahrtausendbrücke bis zum „Stern“ reichte. Gut die Hälfte dieser Bummelmeile wurde in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges im April 1945 zerstört.
Der „Goldene Stern“ bestand über 100 Jahre. Die Gastwirtschaft am Eingang zur Stadt wurde von vielen Reisenden in Anspruch genommen, die aus Potsdam kamen. Da die Schankwirtschaft auch über Stallungen verfügte, wurden hier die Pferde untergestellt, ehe man sich zu Fuß auf den Weg in die Stadt machte. 1819 eröffnete Johann Christian Dulitz den Gasthof. Bereits vier Jahre später veräußerte Dulitz die Immobilie an den Händler Jakob Heinrich Sack für 5600 Taler. Doch der ging innerhalb von zwei Jahren pleite, wurde das Haus 1825 zwangsversteigert.
Ausgerechnet Dulitz gab letztlich das höchste Gebot ab und verpachtete in der Folgezeit den Gasthof. Doch auch das währte nicht lange. Töpfermeister Johann Ludwig Reppenhagen wurde schon bald neuer Eigentümer. Doch 1831 wurde das Haus schon wieder versteigert. Der Kaufmann und Stadtrat August Wilhelm Lange erhielt den Zuschlag, veräußerte die Schankwirtschaft jedoch schon 1835 an den Gastwirt Martinius. Als der kurze Zeit später starb, heiratete seine Witwe den Gastwirt Nicolai. Nun geriet der „Goldene Stern“ endlich in ruhige Gewässer. Gut 100 Jahre blieb der Gasthof nun in Familienhand, bis er schließlich 1937 aus dem Stadtbild verschwand. Anregungen, den Platz „Stern“ zu nennen, wurden damals von der Stadtverwaltung nicht aufgegriffen.